
NZD/USD setzt seine Gewinne am dritten aufeinanderfolgenden Tag fort und handelt während der asiatischen Stunden am Donnerstag um 0,6000. Das Paar wertet auf, da der US-Dollar (USD) unter Druck bleibt, während die Unsicherheit über die wirtschaftlichen Politiken des Weißen Hauses anhält.
US-Präsident Donald Trump sagte in seiner Rede zur Lage der Nation (SOTU) am Dienstag, dass sich die US-Wirtschaft erholt, verteidigte Zölle als wachstumsfördernd und kritisierte den Obersten Gerichtshof, weil er einen Teil seiner Zollpolitik aufgehoben hat.
Zusätzlich sagte die Geschäftsführerin des Internationalen Währungsfonds, Kristalina Georgieva, dass die Inflation bei US-Waren teilweise durch Zölle bedingt sei und schlug vor, den Leitzins auf 3,25 %–3,50 % zu senken, um zur Vollbeschäftigung zurückzukehren. Sie betonte jedoch, dass es feste fiskalische Maßnahmen erfordere, um die US-Staatsverschuldung auf einen nachhaltigen Abwärtspfad zu bringen.
Der ANZ-Geschäftsklimaindex Neuseelands fiel im Februar von 64,1 im Januar auf 59,2 und erreichte damit den niedrigsten Stand seit letztem Oktober, blieb jedoch fest im positiven Bereich. Der ANZ-Aktivitätsausblick stieg leicht von 51,6 auf 52,6. In der Zwischenzeit kletterten die Inflationserwartungen von 2,77 % auf 2,93 %, den höchsten Wert seit April 2024.
Die Gouverneurin der Reserve Bank of New Zealand (RBNZ), Anna Breman, sagte letzte Woche, dass der Weg zurück zu einer Inflation von 2 % ungleichmäßig gewesen sei, die Inflation jedoch im ersten Quartal dieses Jahres wieder in den Zielbereich zurückkehren werde.
Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.