
London, 20. Feb (Reuters) - Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA gegen die von Präsident Donald Trump verhängten Sonderzölle hat den Dollar am Freitag unter Druck gesetzt. Die Richter entschieden mit sechs zu drei Stimmen, dass der Präsident mit der Anwendung eines Gesetzes aus dem Jahr 1977 seine Befugnisse überschritten habe. Daraufhin beendete die US-Währung eine viertägige Gewinnserie. Der Dollar-Index=USD, der den Greenback mit anderen wichtigen Währungen vergleicht, gab um 0,22 Prozent auf 97,68 Punkte nach. Der Euro wertete um rund 0,2 Prozent auf 1,1794 Dollar auf.
"Wir müssen abwarten, wie Trump und seine Regierung reagieren", sagte Analyst Erik Bregar vom Finanzhaus Silver Gold Bull. "Es wurde viel darüber geredet, dass sie andere Wege haben, diese Zölle einzuführen." Da das Urteil die Zölle nicht grundsätzlich in Frage stellt und darüber hinaus die US-Regierung weitere Optionen für Einfuhrgebühren besitzt, würden die Finanzmärkte den Richterspruch relativ gelassen zur Kenntnis nehmen, sagte VP-Bank-Chefvolkswirt Thomas Gitzel.
Zuvor hatten bereits durchwachsene US-Konjunkturdaten die US-Währung belastet. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im vergangenen Quartal auf das Jahr hochgerechnet nur um 1,4 Prozent, wie das Handelsministerium mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Wachstum von drei Prozent gerechnet. Der Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben, ein wichtiges Inflationsmaß für die US-Notenbank, stieg jedoch stärker als erwartet. Die Daten und das Urteil dämpften die Markterwartungen, dass die Federal Reserve die Zinsen in naher Zukunft senken könnte. Gestützt wurde der Dollar in der zu Ende gehenden Woche von den Spannungen zwischen den USA und dem Iran.