
Der Euro (EUR) hält sich am Donnerstag stabil gegenüber dem Britischen Pfund (GBP), da wachsende Erwartungen an Zinssenkungen der Bank of England (BoE) auf das Pfund drücken. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels wird EUR/GBP bei etwa 0,8737 gehandelt, nachdem es sich leicht von der 0,8750-Marke zurückgezogen hat.
Die zu Beginn dieser Woche veröffentlichten Daten verstärkten die Erwartungen, dass die BoE die Zinssätze früher als zuvor erwartet senken könnte. Der Verbraucherpreisindex (VPI) fiel im Januar um 0,5% im Monatsvergleich und kehrte damit den Anstieg von 0,4% im Dezember um. Im Jahresvergleich verlangsamte sich die Inflation auf 3,0% von 3,4%. Der Kern-VPI fiel unterdessen auf 3,1% im Jahresvergleich, nach 3,2% im Dezember.
Die Arbeitsmarktdaten deuteten auf eine abkühlende Dynamik hin, da die Beschäftigungsänderung in den drei Monaten bis Dezember auf 52K zurückging, nach zuvor 82K. Die ILO-Arbeitslosenquote stieg auf 5,2% und erreichte damit den höchsten Stand seit Anfang 2021.
Die BoE-Politikerin Catherine Mann äußerte sich am frühen Tag vorsichtig optimistisch und bezeichnete die Inflationszahlen für Januar als "gute Zahlen" sowohl aus einer Gesamt- als auch aus einer Kernperspektive. Sie fügte hinzu, dass die Inflation voraussichtlich innerhalb der nächsten drei bis vier Monate wieder das Ziel von 2% erreichen wird.
Die Märkte erwarten nun, dass die BoE so schnell wie möglich mit der Lockerung beginnt, möglicherweise bereits in ihrer Sitzung im März, wobei später in diesem Jahr fast zwei zusätzliche Zinssenkungen eingepreist sind.
Andernorts stieg die Unsicherheit in der Eurozone am Mittwoch kurzzeitig an, nachdem Berichte darauf hindeuteten, dass die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, vor Ende ihrer Amtszeit im Oktober 2027 zurücktreten könnte.
Die Bedenken verringerten sich jedoch am Donnerstag, nachdem Reuters berichtete, dass Lagarde ihren Kollegen mitgeteilt habe, dass sie sich weiterhin auf ihre Rolle konzentriere und sie sie zuerst informieren würde, falls sie plane, zurückzutreten.
Analysten weisen darauf hin, dass ein möglicher Führungswechsel voraussichtlich die stabile geldpolitische Haltung der EZB nicht wesentlich verändern wird. Die Märkte erwarten im Großen und Ganzen, dass die Zentralbank die Zinsen bis 2026 unverändert lässt, da sich die Inflation weiterhin nahe dem Ziel von 2% stabilisiert.
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die Datenveröffentlichungen am Freitag. Das Vereinigte Königreich wird die Einzelhandelsumsatzzahlen veröffentlichen, zusammen mit den vorläufigen Einkaufsmanagerindizes (EMI) aus dem Vereinigten Königreich und der Eurozone.