
Das Paar USD/JPY gewinnt während des asiatischen Handels am Donnerstag an Fahrt und bewegt sich auf etwa 155,00 zu. Der US-Dollar (USD) stärkt sich gegenüber dem japanischen Yen (JPY) nach den hawkischen Protokollen der Federal Reserve (Fed). Händler bereiten sich auf die Daten zum nationalen Verbraucherpreisindex (VPI) Japans am Freitag vor, um neuen Auftrieb zu erhalten.
Die US-Notenbank beschloss, ihren Leitzins in aufeinanderfolgenden Senkungen im September, Oktober und Dezember um drei Viertel Prozentpunkte zu senken. Diese Maßnahmen bringen den Leitzins in einen Bereich von 3,5%-3,75%.
Nach den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der Fed-Sitzung im Januar waren sich die Beamten uneinig, in welche Richtung die Zinssätze gehen sollten. Mehrere Entscheidungsträger erklärten, dass Zinserhöhungen auf der Tagesordnung stehen könnten und wollten, dass die Erklärung nach der Sitzung die "zweiseitige Beschreibung der zukünftigen Zinssatzentscheidungen des Ausschusses" genauer widerspiegelt.
Der überwältigende Wahlsieg von Japans Premierministerin Sanae Takaichi Anfang dieses Monats hat zu Erwartungen an eine expansivere Fiskalpolitik geführt, einschließlich einer möglichen zweijährigen Aussetzung der Lebensmittelverkaufssteuer. Der IWF hat Japan gewarnt, diese Steuerkürzungen zu vermeiden, um die fiskalische Stabilität aufrechtzuerhalten.
Analysten erwarten, dass die nächste Zinserhöhung höchstwahrscheinlich im April erfolgen wird. Einige Marktexperten deuten darauf hin, dass ein Schritt bereits im März möglich ist, wenn die Wirtschaftsdaten, insbesondere die Lohnverhandlungen und Inflationstrends, stark bleiben.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.