
Das AUD/NZD-Paar stieg am Mittwoch an, als die dovishe Haltung der Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) einen breiten Verkaufsdruck auf den Neuseeland-Dollar (NZD) auslöste, während der australische Dollar (AUD) durch die jüngsten hawkischen Äußerungen der Reserve Bank of Australia (RBA) gestützt blieb. Die politische Kluft zwischen den beiden Zentralbanken hat sich erheblich vergrößert: Die RBA liegt bei 3,85% und signalisiert bei Bedarf weitere Erhöhungen, während die RBNZ bei 2,25% eine mögliche Straffung frühestens bis Ende 2026 hinausgeschoben hat. Der Wage Price Index für Australien im vierten Quartal von 0,8% MoM, der am Mittwoch früh veröffentlicht wurde, verstärkte die Inflationssorgen der RBA. Die australischen Arbeitsmarktdaten vom Donnerstag sind das nächste Risiko für die australische Seite des Paares, während die Rede von Gouverneur Breman weitere Hinweise auf die Denkweise der RBNZ geben könnte und das dovishe Signal vom Mittwoch entweder verstärken oder abschwächen könnte.
Im Tageschart stieg AUD/NZD am Mittwoch um 0,8% und erreichte mit 1,1807 zum ersten Mal seit zwölf Jahren ein Hoch. Die Sitzung produzierte eine starke bullische Kerze, die die Rallye von der Basis Anfang Februar nahe 1,1550 verlängerte. Die Preisbewegung liegt deutlich über dem 200-Tage-EMA nahe 1,1340, was den dominierenden Aufwärtstrend bestätigt. Der Stochastische Oszillator befindet sich nun im überkauften Bereich, was darauf hindeutet, dass die Rallye sich ausdehnt und das Paar möglicherweise konsolidieren muss, bevor es weiter steigt. Die Unterstützung liegt bei 1,1710 (heutiger Eröffnungskurs und frühere Widerstand), mit dem 50-Tage-EMA bei 1,1607 darunter. Ein nachhaltiger Halt über 1,1800 würde den Ausbruch bestätigen und den Weg in Richtung 1,1900 öffnen.

Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.