
Das USD/JPY-Paar zieht frische Käufer an, nachdem es am Vortag zu volatilen Preisschwankungen kam, und klettert während der asiatischen Sitzung am Mittwoch über die Mitte der 153,00er. Eine Kombination von Faktoren hält jedoch die Spotpreise unter dem wöchentlichen Hoch, das am Dienstag erreicht wurde, da die Händler nun auf die FOMC-Protokolle für einen bedeutenden Impuls warten.
Der schwächere BIP-Bericht für Q4 aus Japan, der Anfang dieser Woche veröffentlicht wurde, setzt Premierministerin Takaichi unter Druck, nach ihrem überwältigenden Sieg weitere Konjunkturmaßnahmen anzukündigen. In der Zwischenzeit warnte der Internationale Währungsfonds (IWF) vor einer Senkung der Verbrauchssteuer und erklärte, dies würde Japans fiskalischen Spielraum erodieren und die Schuldenrisiken erhöhen. Darüber hinaus untergraben die Erwartungen, dass Takaichi gegen weitere Zinserhöhungen der Bank of Japan (BoJ) vorgehen wird, den sicheren Hafen Yen (JPY).
Darüber hinaus dämpft ein insgesamt positiver Risikoton, der durch die Entspannung geopolitischer Spannungen und Fortschritte in den US-Iran-Nuklearverhandlungen gestärkt wird, den sicheren Hafen-Status des JPY. Dies, zusammen mit einem moderaten Anstieg des US-Dollars (USD), hilft dem USD/JPY-Paar, etwas positive Zugkraft zurückzugewinnen. In der Zwischenzeit bleiben die Anleger optimistisch, dass Takaichi fiskalisch verantwortungsbewusst handeln könnte und dass ihre Politik die Wirtschaft ankurbeln wird. Dies könnte die BoJ dazu veranlassen, ihren Kurs der Normalisierung der Geldpolitik beizubehalten und die JPY-Verluste zu begrenzen.
Darüber hinaus forderte der IWF Japan auf, die Zinssätze weiter zu erhöhen, um die Inflationserwartungen gut verankert zu halten. Hinzu kommt, dass die Reuters Tankan-Umfrage zeigte, dass das Vertrauen der japanischen Hersteller im Februar zum ersten Mal seit drei Monaten gestiegen ist. Darüber hinaus ergaben Regierungsdaten, dass Japans Exporte im Januar um 16,8% im Jahresvergleich gestiegen sind, was die schnellste Rate seit November 2022 markiert. Dies könnte die JPY-Bären davon abhalten, aggressive Wetten abzuschließen und weitere Gewinne des USD/JPY-Paares zu deckeln.
Der USD hingegen könnte Schwierigkeiten haben, nennenswerte Käufer anzuziehen, da die Akzeptanz wächst, dass die US-Notenbank (Fed) die Kreditkosten in diesem Jahr mehrfach senken wird. Händler könnten auch entscheiden, auf die FOMC-Protokolle zu warten, die zusammen mit der Veröffentlichung des US-Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) am Freitag weitere Hinweise auf den Zinssenkungspfad der Fed liefern würden. Dies wiederum wird den USD antreiben und dem USD/JPY-Paar einen frischen Impuls verleihen.
Die Bank of Japan (BoJ) steuert die japanische Geldpolitik und hat ein Inflationsziel von rund 2 %. Ihre Maßnahmen haben einen wesentlichen Einfluss auf den japanischen Yen.
Die Bank of Japan implementierte im Jahr 2013 eine extrem expansive Geldpolitik, um die wirtschaftliche Aktivität zu stimulieren und in einem deflationären Umfeld Inflation zu erzeugen. Diese Politik, basierend auf quantitativer und qualitativer Lockerung (QQE), beinhaltete den Ankauf von Vermögenswerten wie Staats- und Unternehmensanleihen durch die Schaffung von Zentralbankgeld, um zusätzliche Liquidität bereitzustellen. Im Jahr 2016 intensivierte die BoJ diese Maßnahmen, führte Negativzinsen ein und begann, die Renditen von 10-jährigen Staatsanleihen direkt zu steuern. Im März 2024 vollzog die Bank eine Kehrtwende, indem sie die Zinsen anhob und sich damit von ihrer ultra-expansiven Geldpolitik distanzierte.
In den vergangenen zehn Jahren hat die entschlossene Haltung der Bank of Japan, an ihrer ultralockeren Geldpolitik festzuhalten, zu einer wachsenden geldpolitischen Divergenz im Vergleich zu anderen Zentralbanken, insbesondere der US-Notenbank, geführt. Dies verstärkte die Renditedifferenz zwischen 10-jährigen US-Staatsanleihen und japanischen Staatsanleihen und stärkte den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen. Mit der Entscheidung der BoJ im Jahr 2024, ihre expansive Geldpolitik schrittweise zu lockern, und dem gleichzeitigen Beginn von Zinssenkungen in anderen großen Zentralbanken, wird diese Differenz nun zunehmend eingeengt.
Der schwächere Yen und steigende globale Energiepreise haben die Inflation in Japan über das Ziel der BoJ von 2 % hinausgetrieben. Zusätzlich hat die Erwartung steigender Löhne – ein zentraler Treiber der Inflation – diese Entwicklung weiter verstärkt.