
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) trifft am Mittwoch ihre erste geldpolitische Entscheidung des Jahres 2026, wobei eine Wahrscheinlichkeit von 99% für eine Beibehaltung des offiziellen Leitzinses (OCR) bei 2,25% eingepreist ist. Da die Entscheidung selbst weitgehend feststeht, werden die Märkte auf aktualisierte wirtschaftliche Projektionen und die Frage achten, ob die Zentralbank ihre Guidance von Mitte 2027 als wahrscheinlichem Zeitpunkt für die erste Zinserhöhung abändert. Die neue Gouverneurin Anna Breman wird ihr erstes großes Event leiten, und ihr Ton wird genau auf hawkische oder dovish Neigungen analysiert. Die Inflationsrate des Verbraucherpreisindex (CPI) liegt bei 3,1% und damit über dem oberen Ende des Zielbandes der RBNZ von 1% bis 3%, und die Geschäftserwartungen zur Inflation für Q1 sind gestiegen, was etwa 40 Basispunkte an Straffung bis zum Jahresende eingepreist hält. ING erwartet zwei Zinserhöhungen ab Q3, die den OCR auf 2,75% anheben. Breman wird auch am Donnerstagabend erneut sprechen. Auf der Datenseite werden die Handelsbilanz- und Export-/Importzahlen Neuseelands für Januar am Donnerstag erwartet.
Aus den USA werden am Mittwoch die Protokolle der Fed-Sitzung im Januar veröffentlicht (bei der zwei Mitglieder gegen eine Zinssenkung stimmten), gefolgt von den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung und der Philadelphia Fed Manufacturing Survey am Donnerstag. Am Freitag gibt es eine konzentrierte Reihe von US-Daten: vorläufiges BIP für Q4 (3,0% Prognose gegenüber 4,4% zuvor), Kernpreisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE) (0,3% im Monatsvergleich) und der finale Verbrauchervertrauensindex der University of Michigan für Februar. Die Fed-Redner Bostic, Bowman, Kashkari, Goolsbee und Daly stehen bis Donnerstag und Freitag auf dem Kalender.
Im Tageschart eröffnete NZD/USD am Dienstag bei 0,60344, erreichte ein Hoch von 0,60520 und ein Tief von 0,60044 und schloss bei 0,60480, was einem Rückgang von 0,22% entspricht. Das Paar hält sich gut über dem 50-Tage-Exponentiellen gleitenden Durchschnitt (EMA) bei 0,59041 und dem 200-Tage-EMA bei 0,58545, wobei beide Durchschnitte steigen und etwa 50 Pips auseinander liegen, was den zugrunde liegenden bullischen Trend bestätigt, der seit dem Januar-Tief von 0,57110 besteht. Die Kursbewegung seit Ende Januar hat eine seitwärts gerichtete Konsolidierungszone zwischen etwa 0,5990 und dem Jahreshoch von 0,60940 gebildet, wobei die Kerze vom Dienstag eine weitere kleine Kerze innerhalb dieses Bereichs druckte. Der Stochastische Oszillator (14,5,5) zeigt %K bei 68,90 und %D bei 73,49, wobei beide Linien aus der überkauften Zone nach unten rollen; %K hat %D unterschritten, was darauf hindeutet, dass das kurzfristige Momentum nachlässt.
Die Kerzenstruktur der letzten zwei Wochen zeigt wiederholte Tests des Bereichs 0,6040 bis 0,6050 als Widerstand und der 0,6000-Marke als Unterstützung, wobei mehrere Doji- und Spinning-Top-Kerzen auf Unentschlossenheit vor der RBNZ-Entscheidung hinweisen. Die unmittelbare Unterstützung liegt bei dem Tief vom Dienstag bei 0,60044, gefolgt vom Bereich 0,5990 und dem 50-Tage-EMA bei 0,59041. Auf der Oberseite würde ein Bruch und Schluss über 0,60940 einen frischen Ausbruch darstellen, der auf die Zone 0,6120 bis 0,6122 (das Hoch von Juli 2025) abzielt. Die Nähe des Paares zur Oberseite der Konsolidierungszone vor einer Zentralbankentscheidung schafft ein binäres Risikoereignis; eine hawkische Überraschung von Breman könnte einen Ausbruch über 0,6094 anheizen, während ein dovisher Ton oder eine Abwärtsrevision der Zinserwartungen wahrscheinlich den Preis zurück in die Unterstützungszone von 0,5990 bis 0,6000 drücken würde.

Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.