
GBP/USD zog am Dienstag zurück, nachdem es am Montag stark von dem Tief bei 1,3510 angestiegen war und bei 1,3641 schloss, was einem Rückgang von 0,39% im Verlauf der Sitzung entspricht. Der Tageschart zeigt, dass das Paar Gewinne von einem Hoch von 1,3700 zurückgab und eine bärische Kerze druckte, die darauf hindeutet, dass die Erholung vom Tiefpunkt der letzten zwei Wochen am Freitag an der 50%-Fibonacci-Retracement des Rückgangs von 1,3869 auf 1,3510 (rund 1,3690) an Schwung verliert. Die breitere Struktur bleibt weiterhin bullisch, da der Preis gut über dem 50 Exponential Moving Average (EMA) bei 1,3512 und dem 200 EMA bei 1,3352 liegt, aber der scharfe Rückgang vom Hoch Ende Januar bei 1,3869 hat ein Muster mit niedrigeren Hochs geformt, das den Aufwärtstrend bedroht. Die dovishen Äußerungen der Bank of England (BoE) nach der 5-4 Abstimmung letzte Woche, die den Zinssatz bei 3,75% hielt, zusammen mit der wachsenden politischen Unsicherheit im Vereinigten Königreich rund um die Führung von Premierminister Starmer, belasten das Pfund Sterling weiterhin. Der Stochastische Oszillator (14, 5, 5) zeigt 51,21/57,04, wobei %K unter %D im neutralen Bereich kreuzt, was auf ein nachlassendes Momentum vor der Sitzung am Mittwoch hinweist.
Der Mittwoch bringt ein doppeltes Risikoereignis für dieses Paar mit sich, da beide Seiten des Atlantiks hochwirksame Daten veröffentlichen. Der verzögerte NFP-Bericht für Januar vom Bureau of Labor Statistics (BLS) wird um 5:30 Uhr veröffentlicht, wobei der Konsens einen Anstieg um 70K im Vergleich zu 50K im Dezember erwartet, zusammen mit der jährlichen Benchmarkrevision, der Arbeitslosenquote (Konsens 4,4%) und den durchschnittlichen Stundenlöhnen (Konsens 0,3% MoM, 3,6% YoY). Später um 11:00 Uhr veröffentlicht das Vereinigte Königreich vorläufige BIP-Daten für das vierte Quartal (Konsens 0,2% QoQ gegenüber 0,1% zuvor), das monatliche BIP für Dezember (Konsens 0,1% MoM) und die Produktionszahlen für Industrie und Fertigung im Dezember (beide Konsens 0% MoM). Die Veröffentlichung der NFP-Daten wird voraussichtlich den Ton frühzeitig angeben; ein schwacher Wert unter 70K würde den US-Dollar unter Druck setzen und könnte GBP/USD zurück in den Widerstandsbereich von 1,3700 bis 1,3727 (das 61,8%-Fibonacci-Retracement) treiben, während eine stärkere Zahl das Paar zurück in Richtung der Unterstützung bei 1,3510 und dem 50 EMA drücken könnte. Die BIP-Daten des Vereinigten Königreichs später in der Sitzung werden dann zum zweiten Katalysator; ein Verfehlen des Konsenses von 0,2% QoQ würde die Erwartungen an Zinssenkungen der BoE für März verstärken und könnte jegliche GBP-Gewinne begrenzen. Drei Redner der Federal Reserve (Fed) (Schmid, Bowman, Hammack) stehen ebenfalls am Mittwoch auf dem Kalender, was weiteres Potenzial für scharfe intraday Schwankungen zwischen dem Boden bei 1,3510 und der Decke bei 1,3700 hinzufügt.


Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.