
Das Währungspaar GBP/USD wird während der europäischen Sitzung am Dienstag schwächer um die 1,3685 gehandelt. Das Pfund Sterling (GBP) gibt gegenüber dem US-Dollar (USD) nach, angesichts politischer Risiken im Vereinigten Königreich (UK) und steigender Erwartungen an Zinssenkungen der Bank of England (BoE) in naher Zukunft.
Der britische Premierminister Keir Starmer sah sich einer erheblichen Herausforderung seiner Führung gegenüber, als der schottische Labour-Chef Anas Sarwar ihn aufforderte, wegen der Folgen des Jeffrey Epstein-Skandals zurückzutreten. Starmer kämpft weiterhin darum, seine Position zu festigen, und sagt: „Nachdem ich so hart für die Chance gekämpft habe, unser Land zu verändern, bin ich nicht bereit, von meinem Mandat und meiner Verantwortung für mein Land zurückzutreten oder uns in das Chaos zu stürzen, wie es andere getan haben.“
Die Bank of England (BoE) steht kurz davor, die Zinssätze erneut zu senken, nachdem neue Prognosen gezeigt haben, dass die Inflation bereits im April unter das Ziel von 2% sinken könnte. Händler erhöhen ihre Wetten auf eine Zinssenkung der BoE, möglicherweise bereits im März. Dies könnte wiederum zum Rückgang des Cable beitragen.
„Wir erwarten weiterhin die nächste Zinssenkung im März. Danach glauben wir, dass die BoE eine längere Pause einlegen wird, bevor sie die Normalisierung der Geldpolitik Anfang 2027 wieder aufnimmt (wir sehen einen Endzinssatz von 3,00% bis Mitte 2027),“ sagte Dani Stoilova, Volkswirtin für das Vereinigte Königreich und Europa bei BNP Paribas Markets 360.
Auf der USD-Seite stehen die Einzelhandelsumsatzdaten für Dezember später am Dienstag an. Alle Augen werden auf den verzögerten Arbeitsmarktbericht für Januar am Mittwoch gerichtet sein. Die Konsensprognosen der Märkte erwarten, dass die Nonfarm Payrolls (NFP) im Januar um 70.000 steigen, während die Arbeitslosenquote bei 4,4% bleibt. Anzeichen einer Schwächung des US-Arbeitsmarktes und einer weicheren Inflation könnten den Greenback untergraben und helfen, die Verluste des wichtigen Paares zu begrenzen.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.