Guten Morgen von Reuters am Freitag, dem 8. Mai
TOP NEWS:
USA/EU/HANDELSSTREIT - US-Präsident Donald Trump hat der Europäischen Union (EU) mit einer drastischen Erhöhung von Zöllen gedroht, sollte sie ihre Verpflichtungen aus dem gemeinsamen Handelsabkommen nicht bis zum 4. Juli erfüllen. Er habe am Donnerstag mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gesprochen und ihr diese Frist gesetzt, sagte Trump. Die EU hatte sich im Sommer 2025 mit den USA auf ein Handelsabkommen verständigt. Darin wurde unter anderem die Senkung der Autozölle von damals 27,5 auf 15 Prozent für Einfuhren aus der EU festgehalten. Von der Leyen erklärte in einer ersten Stellungnahme, sie sehe gute Fortschritte auf dem Weg zu einer Senkung der Zölle zwischen der EU und den USA bis Anfang Juli.
USA/IRAN - Nach den jüngsten militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran hat US-Präsident Donald Trump Befürchtungen über ein Ende der Waffenruhe zerstreut. Die Feuerpause sei weiterhin in Kraft, sagte Trump dem Sender ABC News. Zuvor hatten die USA nach eigenen Angaben als Reaktion auf iranische Angriffe in der Straße von Hormus militärische Ziele im Iran beschossen. Beide Seiten gaben sich gegenseitig die Schuld für die Eskalation. Trump zufolge verhandeln die USA jedoch weiter mit dem Iran. Währenddessen meldeten die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), dass die Luftverteidigung am frühen Freitagmorgen iranische Raketen und Drohnen abgefangen hat.
RUSSLAND/UKRAINE - Russland hat im Krieg mit der Ukraine für Freitag und Samstag eine einseitige Waffenruhe ausgerufen. Anlass ist der Tag des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland am 8. und 9. Mai, der in Moskau mit einer für den Kreml symbolisch wichtigen Militärparade gefeiert wird. Die Regierung in Kiew lehnte den Vorstoß ab und warf Moskau vor, mit der Feuerpause lediglich die Veranstaltung vor ukrainischen Drohnenangriffen schützen zu wollen. Ein ukrainisches Gegenangebot für einen unbefristeten Waffenstillstand ab Donnerstag blieb erfolglos.
DEUTSCHLAND/INDUSTRIE - Die deutsche Industrie dürfte nach Einschätzung von Ökonomen im März unterschiedliche Signale aussenden. Die Produktion dürfte um 0,5 Prozent anziehen, die Exporte dagegen um 1,7 Prozent schrumpfen, sagen von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirte voraus. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht die Daten.
USA/ARBEITSMARKT - Der US-Arbeitsmarkt dürfte im April geschwächelt haben. Außerhalb der Landwirtschaft dürften nur 62.000 neue Jobs hinzugekommen sein, erwarten die von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Ökonomen. Im März hatte das Stellenplus noch 178.000 betragen. Der offizielle Arbeitsmarktbericht wird vom Arbeitsministerium veröffentlicht.
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FIRMEN UND BRANCHEN:
DAX:
TERMINE:
07:00 - Commerzbank AGCBKG.DE Q1 2026 Earnings Release
MDAX:
EVONIKEVKn.DE - Die schwächelnde Branchenkonjunktur und die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs lasten auf dem Spezialchemiekonzern. Die Essener mussten im ersten Quartal bei Umsatz und Gewinn Federn lassen. Doch Analysten hatten einen deutlicheren Rückgang befürchtet - beim operativen Gewinn konnte Evonik die Erwartungen übertreffen. Wie Evonik mitteilte, fuhr der Konzern im ersten Quartal einen bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) von 475 (Vorjahr: 560) Millionen Euro ein und schnitt damit besser ab als vom Unternehmen selbst erwartet.
TERMINE:
06:45 - KronesKRNG.DE Q1 2026 Earnings Release
07:00 - Evonik Industries AGEVKn.DE Q1 2026 Earnings Release
07:30 - Bechtle AGBC8G.DE Q1 2026 Earnings Release
SDAX:
TERMINE:
10:00 - Siltronic AGWAFGn.DE Annual Shareholders Meeting
FIRMEN UND BRANCHEN - WEITERE NACHRICHTEN:
X - Die Pariser Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen den Kurznachrichtendienst X von Elon Musk eingeleitet. Der Schritt folgt auf das Nichterscheinen des Tech-Milliardärs zu einer Vorladung am 20. April. Nun übernehmen Ermittlungsrichter den Fall. Die Staatsanwaltschaft beantragte, gegen die Firmen X.AI Holdings Corp, X Corp und xAI sowie gegen Musk selbst und die ehemalige X-Chefin Linda Yaccarino ein förmliches Verfahren zu eröffnen. Dazu sollen die Betroffenen erneut vorgeladen werden. Sollten sie nicht erscheinen, könnten die Richter einen Haftbefehl erlassen.
SONY6758.T - Der japanische Unterhaltungskonzern rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit einem deutlichen Gewinnanstieg, stellt sich jedoch auch auf sinkende Umsätze in seinem wichtigen Videospiele-Geschäft ein. Der Betriebsgewinn werde bis Ende März 2027 voraussichtlich um elf Prozent auf 1,6 Billionen Yen (etwa 10,20 Milliarden Dollar) steigen, teilte das Unternehmen mit. Im abgelaufenen Geschäftsjahr kletterte das operative Ergebnis um 13,4 Prozent auf 1,45 Billionen Yen.
SK HYNIX000660.KS - Große Technologiekonzerne werben Insidern zufolge mit beispiellosen Investitionsangeboten um den südkoreanischen Speicherchip-Hersteller. Um sich in Zeiten des Booms der Künstlichen Intelligenz (KI) knappe Bauteile zu sichern, böten die Kunden an, eigene Produktionslinien zu finanzieren oder Hunderte Millionen Dollar teure Maschinen des Anlagenbauers ASMLASML.AS zu bezahlen, sagten sechs mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Das finanzstarke Unternehmen stehe den Offerten jedoch skeptisch gegenüber.
TESLATSLA.O - Das 2026er Tesla Model Y hat nach Angaben der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA als erstes Fahrzeug die neuen Tests für fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme bestanden. Die Prüfungen wurden erst kürzlich in das Neuwagen-Bewertungsprogramm der Behörde aufgenommen. Sie umfassen unter anderem automatische Notbremsassistenten für Fußgänger, Spurhalteassistenten sowie Warnsyteme. Bestanden haben die Tests alle Model-Y-Fahrzeuge, die ab dem 12. November produziert wurden.
TERMINE:
05:00 - Sony Group6758.T Full Year Earnings Release
06:30 - Lonza Group AGLONN.S Annual Shareholders Meeting + Q1 2026 Update
06:55 - Toyota Motor Corp7203.T Full Year Earnings Release
07:00 - ClariantCLN.S Q1 2026 Earnings Release
07:30 - Oesterreichische PostPOST.VI Q1 2026 Earnings Release
08:30 - Nintendo Co Ltd7974.T Full Year Earnings Release
09:30 - International Consolidated Airlines Group SAICAG.L (IAG) Q1 2026 Earnings Release
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BLICKPUNKT ZENTRALBANKEN UND KONJUNKTUR:
USA/ZÖLLE - Ein US-Handelsgericht hat die von Präsident Donald Trump verhängten weltweiten Zölle von zehn Prozent für unzulässig erklärt. Die pauschalen Abgaben seien nach einem Handelsgesetz aus den 1970er Jahren nicht gerechtfertigt, urteilte das Gericht am Donnerstag. Die Richter gaben damit einer Klage von Kleinunternehmen mit zwei zu eins Stimmen statt. Trump hatte sich bei seiner Anordnung im Februar auf ein Gesetz aus dem Jahr 1974 berufen. Dieses erlaubt Zölle für bis zu 150 Tage, um schwerwiegende Zahlungsbilanzdefizite auszugleichen oder einen drohenden Wertverlust des Dollars abzuwenden.
FED - Die US-Notenbank Fed muss nach Einschätzung der regionalen Notenbankchefin von Cleveland, Beth Hammack, bei ihrem nächsten Zinsschritt in alle Richtungen offenbleiben. "Wenn ich mit Unternehmen spreche, höre ich die Sorge, dass sich eine Inflationsmentalität in den Köpfen der Menschen festsetzt", sagte Hammack auf dem Ohio CEO Summit in Columbus. Auch im Austausch mit Verbrauchern werde ihr immer wieder von den schmerzhaften Folgen der Teuerung berichtet.
JAPAN/DIENSTLEISTUNGSSEKTOR - Das Wachstum im japanischen Dienstleistungssektor hat sich im April angesichts der Unsicherheit durch den Krieg im Nahen Osten und steigender Kosten deutlich abgeschwächt. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) fiel auf 51,0 Punkte von 53,4 Zählern im März, wie der Finanzdienstleister S&P Global zu seiner Unternehmensumfrage mitteilte. Dies ist das geringste Wachstum seit elf Monaten. Das Barometer hält sich damit jedoch über der Marke von 50 Punkten, die auf eine Expansion hindeutet.
TERMINE:
08:00 - Germany-Trade
08:00 - Germany-Industrial production
09:00 - ECB President Lagarde speaks at Banco de España LatAm Economic Forum in Roda de Bará, Spain
09:05 - ECB Vice President de Guindos speaks at XII Foro Megatendencias in Madrid
10:00 - Bank of England Deputy Governor Sarah Breeden chairs panel at BoE research conference Bank of England
11:45 - Federal Reserve's Cook speaks in Dakar, Senegal
14:20 - Bank of England Governor Andrew Bailey talks about global imbalances BoE research conference
14:30 - United States-Employment
16:30 - US ECRI weekly
INDIKATOREN:
Die Prognosen sind Konsensschätzungen einer Reuters-Umfrage.
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BLICKPUNKT POLITIK:
BULGARIEN - In Bulgarien ist nach dem Wahlsieg des pro-russischen und euroskeptischen Politikers Rumen Radev die neue Regierung startbereit. Radev stellte am Donnerstag sein Kabinett vor und gab sinkende Preise sowie Stabilität als Ziele seiner Regierung aus. Das neue Kabinett muss zügig einen Haushalt verabschieden, eine Schuldenobergrenze festlegen und sich um eingefrorene EU-Gelder bemühen. Die EU-Kommission hält Hunderte Millionen Euro zurück, weil Bulgarien Gesetze zur Korruptionsbekämpfung und Justizreformen rund um den Generalstaatsanwalt verschleppt hat.
BELARUS/IOC - Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat am Donnerstag alle Sanktionen gegen belarussische Athleten aufgehoben und damit den Weg für deren Rückkehr zu internationalen Wettbewerben geebnet. Dies schließe auch die Qualifikationswettkämpfe für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles ein, teilte das IOC mit. Belarussische Sportler können damit wieder unter eigener Flagge und mit eigener Hymne antreten, auch in Mannschaftssportarten. Für russische Athleten gelten die Einschränkungen jedoch weiterhin.
DEUTSCHLAND/ABSCHIEBUNG - Die Ankündigung von Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) für neue Regelungen zur Beschleunigung von Abschiebungen trifft in der SPD auf Skepsis. "Wir haben in den vergangenen Jahren schon viel verschärft", sagte der SPD-Innen- und Migrationsexperte Hakan Demir der Nachrichtenagentur Reuters. "Mir fehlt die Phantasie, welche Paragrafen wir da noch ändern müssten."
TERMINE:
Philippines host ASEAN Leaders Summit
17:15 - German finance minister Klingbeil presser with Canada counterpart in Toronto
SNAPSHOT MÄRKTE:
WALL STREET - Gewinnmitnahmen bei Chip-Aktien und Unklarheiten über mögliche Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran haben die Wall Street am Donnerstag ins Minus gedrückt.
ASIEN - Neue Spannungen im Nahen Osten haben die Rekordjagd an den asiatischen Aktienmärkten am Freitag vorerst beendet.
DEVISEN
Währungen | Kurse um 07:00 Uhr | Veränderung in Prozent |
Euro/DollarEUR= | 1,1734 | +0,1% |
Pfund/DollarGBP= | 1,3565 | +0,1% |
Dollar/FrankenCHF= | 0,7797 | -0,0% |
Euro/Franken | 0,9150 | +0,0% |
Dollar/YenJPY= | 156,82 | -0,1% |
Bitcoin/DollarBTC= | 79.646,45 | -0,3% |
Ethereum/DollarETH= | 2.281,18 | -0,3% |
| Kurs um 07:00 Uhr | EZB-Fixing am 7.05.2026 |
Euro/PfundEURGBP= | 0,8649 | 0,8641 |
US-AKTIEN
Schlusskurse der US-Indizesam Donnerstag | Stand | Veränderung in Prozent |
Dow Jones.DJI | 49.596,97 | -0,6% |
Nasdaq.IXIC | 25.806,20 | -0,1% |
S&P 500.SPX | 7.337,11 | -0,4% |
ASIATISCHE AKTIEN
Asiatische Aktienindizes am Freitag | Kurse um 07:00 Uhr | Veränderung in Prozent |
Nikkei.N225 | 62.471,41 | -0,6% |
Topix.TOPX | 3.818,89 | -0,6% |
Shanghai.SSEC | 4.162,27 | -0,4% |
CSI300.CSI300 | 4.856,57 | -0,9% |
Hang Seng.HSI | 26.353,83 | -1,0% |
Kospi.KS11 | 7.450,40 | -0,5% |
EUROPÄISCHE AKTIEN
Schlusskurse europäischer Aktien-Indizes und -Futures am Donnerstag | Stand |
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Dax.GDAXI | 24.663,61 |
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EuroStoxx50.STOXX50E | 5.972,65 |
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SMI.SSMI | 13.135,43 |
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Indikationen | Stand |
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Dax bei Lang & SchwarzDAX=LUSG | 24.399,00 |
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Late/Early-Dax.GDAXIL | 24.497,84 |
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SMI-FutureFSMIc1 | 13.144,00 |
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ANLEIHEN
Anleihe-Futures | Stand |
|
Bund-FutureFGBLc1 | 125,56 |
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T-Bond-FutureUSc1 | 113,19 |
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Gilt-FutureFLGc1 | 87,53 |
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Anleihe-Renditen | Stand | Schluss-Rendite am am 7.05.2026 |
10-jährige BundesanleiheDE10YT=RR | 3,012% | 2,998% |
30-jährige BundesanleiheDE30YT=RR | 3,554% | 3,542% |
10-jährige US-AnleiheUS10YT=RR | 4,390% | 4,394% |
30-jährige US-AnleiheUS30YT=RR | 4,967% | 4,969% |
10-jährige brit. AnleiheGB10YT=RR | 4,928% | 4,944% |
30-jährige brit. AnleiheGB30YT=RR | 5,618% | 5,634% |
Zusatzinfo zu den Anleihemärkten unter: [DBT GVD]
ROHSTOFFE
Energie und Metalle | Preise um 07:00 Uhr | Veränderung in Prozent |
Brent-ÖlLCOc1 ($/Barrel) | 101,31 | +1,3% |
WTI-ÖlCLc1 ($/Barrel) | 95,77 | +1,0% |
US-Erdgas ($/MMBTU) | 2,7700 | +0,0% |
GoldXAU= ($/Feinunze) | 4.710,07 | +0,5% |
KupferCMCU3 ($/Tonne) | 13.359,00 | -0,2% |
Zusatzinfo zu den Rohstoffmärkten unter: .CDE
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