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STICHWORT-Wie eine Mega-Fusion von Telekom und T-Mobile aussehen könnte

ReutersApr 23, 2026 9:58 AM
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- Die Deutsche TelekomDTEGn.DE denkt Insidern zufolge über eine Verschmelzung mit ihrer US-Tochter T-MobileTMUS.O nach. Das Transaktionsvolumen von 390 Milliarden Euro wäre etwa doppelt so hoch wie bei der bislang weltweit größten Fusion zweier börsennotierter Unternehmen zwischen VodafoneVOD.L und Mannesmann 1999.

T-Mobile und der Bonner Mutterkonzern könnten in einer neuen Holding aufgehen. Dieser gemessen am Börsenwert weltgrößte Telekomkonzern hätte bessere Möglichkeiten zur Finanzierung weiterer Zukäufe. Auf dem Weg dahin müssten aber noch zahlreiche strukturelle, geopolitische und regulatorische Hürden überwunden werden, warnen Experten.

Nachfolgend eine Übersicht über die wichtigsten Knackpunkte:

WIE WÜRDE DIE FUSION ABLAUFEN?

Nach den diskutierten Plänen würde die Holding den bisherigen Eignern von Telekom und T-Mobile ein Aktientauschangebot unterbreiten. Die neue Gesellschaft solle sowohl in den USA als auch in Europa notiert werden.

Einige Analysten sehen hier Parallelen zum Zusammenschluss von Linde und Praxair 2018. Der deutsche Industriegase-Hersteller und sein US-Konkurrent gingen in der Holding Linde PlcLIN.DE auf, die in Irland ihren Hauptsitz hat.

WELCHE VORTEILE HÄTTE DIESE FUSION?

Telekom-Chef Tim Höttges hat bei der Vorlage der Gesamtjahreszahlen betont, er wolle die Beteiligung an T-Mobile aufstocken. Aktuell hält der Bonner Konzern 53 Prozent an dem US-Mobilfunker. Dessen Marktkapitalisierung ist mit umgerechnet etwa 252 Milliarden Euro fast doppelt so hoch wie die der Telekom.

Von einer Verschmelzung erhoffe sich die Telekom offenbar einen Schub für den Unternehmenswert insgesamt, sagen Experten. Schließlich trauten Anleger T-Mobile ein größeres Gewinnwachstum zu als dem Mutterkonzern. Dessen Aktienkurs liege derzeit beim 4,4-fachen des operativen Ergebnisses, rechnen die Analysten der Bank JPMorgan vor. Bei T-Mobile sei es das Achtfache. Einige Branchenkenner warnen dagegen, dass ein transatlantisches Konglomerat niedriger bewertet werden könnte als die Summe seiner Teile. Die Aktien von Telekom und T-Mobile gingen nach Bekanntwerden der Fusionspläne auf Talfahrt.

Die Einsparpotenziale durch einen Zusammenschluss sind aus Sicht von Analysten gering. Vorteile ergäben sich jedoch durch eine vereinfachte Kapitalstruktur sowie den erleichterten Zugang zu frischem Kapital für künftige Übernahmen. Zudem könnte sich der neue Konzern leichter gegen die wachsende Konkurrenz durch Satellitenbetreiber wie Starlink wehren oder in den USA verstärkt in derzeit besonders beliebte kombinierte Glasfaser- und Mobilfunk-Angebote investieren.

WELCHE GENEHMIGUNGEN WÄREN FÜR EINE FUSION NOTWENDIG?

Jeder Kapitalerhöhung bei der Deutschen Telekom müssten 75 Prozent der Eigner zustimmen, erläutert Thomas Nienaber, Geschäftsführer des Vermögensberaters MKI. Der Bund hätte ein erhebliches Mitspracherecht, da er direkt und über die Staatsbank KfWKFW.UL insgesamt rund 28 Prozent an dem Bonner Konzern hält. Er bezweifle, dass die Aktionäre von T-Mobile ohne größere Aufschläge bereit seien, ihre Anteile in die der neuen Holding einzutauschen.

Die Analysten des Research-Hauses New Street weisen darauf hin, dass die Fusion wegen ihres großen Volumens automatisch eine Kartellprüfung des US-Justizministeriums auslösen würde. Darüber hinaus müssten die Kommunikationsaufsicht FCC sowie der Ausschuss für Auslandsinvestitionen (CFIUS) zustimmen. "Wir glauben nicht, dass Wettbewerbs-, Sicherheits- oder regulatorische Bedenken die US-Regierung dazu veranlassen werden, den Deal zu blockieren", urteilen die Experten. "Aber es gibt erhebliche politische Fragen, die bei der Prüfung der Transaktion möglicherweise geklärt werden müssen." Unter dem aktuellen US-Präsidenten Donald Trump sind die Spannungen zwischen den USA und Deutschland gewachsen.

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