Guten Morgen von Reuters am Dienstag, dem 14. April
TOP NEWS:
IWF/WELTWIRTSCHAFT - Wie stark bremst der Nahost-Krieg die Weltwirtschaft? Neue Schätzungen dazu wird am Nachmittag der Internationale Währungsfonds (IWF) in Washington veröffentlichen. Fest steht bereits, dass es weniger Wachstum, dafür aber eine höhere Inflation geben wird. Das genaue Ausmaß ist aber noch nicht bekannt. Vor allem ärmere Schwellen- und Entwicklungsländer dürften unter den höheren Energiepreisen und Lieferkettenproblemen leiden. Im Januar hatte der IWF für 2026 noch ein globales Wachstum von 3,3 Prozent und für 2027 von 3,2 Prozent vorausgesagt.
CHINA/EXPORTE - Chinas Exportmotor ist im März ins Stottern geraten. Die Ausfuhren legten nur um 2,5 Prozent im Jahresvergleich zu und verfehlten damit die Erwartungen deutlich, wie die Zollbehörde am Dienstag mitteilte. Ökonomen hatten in einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters mit einem Plus von 8,6 Prozent gerechnet. Der Einbruch folgt auf ein kräftiges Wachstum von 21,8 Prozent in den ersten beiden Monaten des Jahres. Die Importe überraschten dagegen positiv mit einem Anstieg um 27,8 Prozent - erwartet worden waren nur 11,2 Prozent. Die schwachen März-Zahlen sind der erste echte Test dafür, ob die starke Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz - und den dafür benötigten Chips und Servern - die Folgen des Iran-Kriegs ausgleichen kann.
EU/STAHL - Die Europäische Union hat sich vorläufig darauf geeinigt, die Stahlimporte nahezu zu halbieren und Zölle von 50 Prozent auf überschüssige Lieferungen zu erheben. Die Maßnahmen sollen die Stahlindustrie der EU vor Überproduktion aus anderen Ländern schützen. Vertreter des Europaparlaments und des Rates einigten sich, die zollfreien Importe auf 18,3 Millionen Tonnen pro Jahr zu begrenzen. Dies entspricht einer Kürzung um 47 Prozent im Vergleich zu 2024. Die Zölle für Mengen oberhalb der Quoten werden verdoppelt. EU-Stahlproduzenten arbeiten derzeit nur mit 65 Prozent ihrer Kapazität aufgrund steigender Importe und 50-prozentiger Zölle, die US-Präsident Donald Trump verhängt hat. Die neuen Maßnahmen sollen die Kapazitätsauslastung auf 80 Prozent steigern.
LUFTHANSALHAG.DE - Ausgerechnet zur 100-Jahr-Feier der Kranich-Fluglinie in dieser Woche eskalieren die Tarifkonflikte mit dem fliegenden Personal der Airline. Auf den zweitägigen Ausstand der Piloten am Montag und Dienstag folgt der nächste Streik des Kabinenpersonals am Mittwoch und Donnerstag. Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) kündigte an, alle Abflüge von den Flughäfen Frankfurt und München für zwei Tage zu bestreiken. Am Mittwoch will UFO während des Festakts zum 100. Jahrestag der Firmengründung, zu dem Bundeskanzler Friedrich Merz erwartet wird, vor dem neuen Besucherzentrum bei der Konzernzentrale eine Kundgebung abhalten. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat zur Teilnahme daran aufgerufen.
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FIRMEN UND BRANCHEN:
DAX:
TERMINE:
11:00 - BMWBMWG.DE publishes Q1 sales figures
13:30 - Airbus GroupAIRG.DE Annual Shareholders Meeting
MDAX:
NEMETSCHEKNEKG.DE - Der Münchner Bau- und Medien-Softwarekonzern übernimmt den US-Branchenrivalen Heavy Construction Systems Specialists (HCSS) und nimmt im Gegenzug den Finanzinvestor Thoma Bravo als Miteigentümer an Bord. Die in Sugar Land im US-Bundesstaat Texas angesiedelte HCSS werde in die größte Sparte von Nemetschek, das Geschäft mit Bau- und Architektur-Software, eingegliedert, teilte das Unternehmen am Montagabend in München mit. Thoma Bravo bekommt dafür eine Beteiligung von 28 Prozent an der Nemetschek-Sparte. Zudem übernimmt der neue Eigentümer 450 Millionen Euro Schulden von HCSS.
SDAX:
TERMINE:
07:30 - ToniesTNIE.DE publication Annual Financial Report
FIRMEN UND BRANCHEN - WEITERE NACHRICHTEN:
NVIDIANVDA.O befindet sich nach eigenen Angaben in keinerlei Diskussionen zum Kauf eines PC-Herstellers. Das sagte ein Sprecher am Montagabend. Das Branchenportal "SemiAccurate" hatte zuvor berichtet, Nvidia führe seit mehr als einem Jahr Gespräche über einen entsprechenden Kauf. Die bereits seit Ende 2024 geführten Verhandlungen hätten nun eine kritische Phase erreicht. Ein konkretes Übernahmeziel wurde in dem Bericht nicht genannt.
WARNER BROS.WBD.O - Mehr als tausend Personen aus der Filmbranche, darunter Hollywood-Schauspieler und Regisseure, haben sich in einem offenen Brief gegen die geplante Fusion der Film- und Unterhaltungskonzerne Warner Bros. Discovery und Paramount Skydance ausgesprochen. Die Unterzeichner, darunter etwa Jane Fonda, Joaquin Phoenix und Mark Ruffalo, warnen davor, dass die geplante 110-Milliarden-Dollar-Fusion den Wettbewerb einschränken und die Konzentration im US-Mediensektor vertiefen würde. Das würde die Möglichkeiten für Filmschaffende beschneiden, den Arbeitsmarkt belasten und zu höheren Kosten und weniger Auswahl für das Publikum führen.
USA/BANKEN - Die US-Großbanken JPMorganJPM.N und CitigroupC.N legen ihre Bilanzen für das erste Quartal vor. Analysten rechnen dank eines florierenden Investmentbankings mit höheren Gewinnen. So erwarten Analysten bei der Citigroup LSEG-Daten zufolge einen Gewinnsprung von 24 Prozent, beim US-Branchenprimus JPMorgan ein Plus von gut sieben Prozent. Im Fokus der Anleger steht jedoch, wie die Geldhäuser angesichts der Folgen des Iran-Kriegs die Zukunft einschätzen. JPMorgan-Chef Jamie Dimon hatte davor gewarnt, dass Preisschocks bei Energie und Rohstoffen die Inflation hartnäckig hoch halten und zu höheren Zinsen führen könnten.
TERMINE:
05:00 - SikaSIKA.S Q1 sales
07:00 - GivaudanGIVN.S Q1 sales
08:00 - TotalEnergiesTTEF.PA Q1 Trading Update
10:00 - Dekabank annual press conference
12:30 - JPMorgan ChaseJPM.N first quarter earnings
13:00 - Wells FargoWFC.N first quarter earnings
14:00 - StellantisSTLAM.MI Annual Shareholders Meeting
14:00 - CitigroupC.N first quarter earnings
14:30 - Johnson & JohnsonJNJ.N first quarter earnings
18:00 - KeringPRTP.PA Q1 sales
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BLICKPUNKT ZENTRALBANKEN UND KONJUNKTUR:
EU - Die EU-Kommission will den Mitgliedsstaaten mehr Spielraum bei finanziellen Hilfen für Unternehmen einräumen, die unter den hohen Treibstoff- und Düngemittelpreisen leiden. Sie schlug vor, die Beihilferegeln vorübergehend zu lockern. Damit sollen Regierungen einen Teil der Kostensteigerungen übernehmen dürfen, die seit dem Beginn des Iran-Krieges angefallen sind. Davon sollen vor allem die Landwirtschaft, der Straßenverkehr und die Schifffahrt profitieren. Zudem sollen energieintensive Industrien künftig staatliche Unterstützung für mehr als 50 Prozent ihrer Stromkosten erhalten können.
ENERGIE - Der Internationale Währungsfonds (IWF), die Weltbank und die Internationale Energieagentur (IEA) rufen die Staatengemeinschaft dazu auf, das Horten von Energie und Exportkontrollen zu vermeiden. Dies könne den bislang größten Schock für den globalen Energiemarkt weiter verschärfen, warnen die Organisationen. IEA-Chef Fatih Birol zufolge halten derzeit mehrere namentlich nicht genannte Länder ihre Bestände zurück und verhängen Exportbeschränkungen. Er appelliert an alle Staaten, Energie dem Markt zur Verfügung zu stellen.
FRANKREICH - Die französische Wirtschaft ist im ersten Quartal etwas stärker gewachsen. Viele Unternehmen hätten aus Sorge vor steigenden Preisen infolge des Nahost-Krieges ihre Bestellungen vorgezogen, teilte die Zentralbank in ihrem monatlichen Ausblick mit. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der nach Deutschland zweitgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone legte voraussichtlich um 0,3 Prozent zu. Im Schlussquartal des vergangenen Jahres hatte das Plus bei 0,2 Prozent gelegen. Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau bekräftigte die Prognose, wonach die Wirtschaft im Gesamtjahr trotz aller mit dem Konflikt im Nahen Osten verbundenen Unsicherheiten um 0,9 Prozent wachsen werde.
TERMINE:
IMF-World Bank hold their spring meetings
08:00 - Germany-WPI
10:00 - ECB policy maker Rehn gives speech at Bank of Finland press conference on monetary policy
14:15 - Treasury Secretary Bessent discusses global finance
14:30 - United States-PPI demand
15:00 - IMF releases economic outlook
16:15 - IMF releases Global Financial Stability Report
17:30 - EZB-Chief Economist Philip Lane Roundtable in Charlottesville, USA
18:00 - Bank of England Governor Andrew Bailey speaks at Columbia University
18:15 - Chicago Fed's Goolsbee is panelist at world economy conference
18:45 - Fed's Barr speaks on rural economic development before Fed event
19:00 - Fed's Barr, Paulson, Collins, Barkin participate in rural investment
21:00 - Bank of England MPC's Megan Greene speaks in Washington
23:00 - EZB-President Christine Lagarde Fireside Chat in Washington
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INDIKATOREN:
Local Time | Country | Indicator | Period | Poll | Prior | Unit |
12:30 | CN | Trade Balance | Mar | 108.2 | 213.62 | Bln USD |
14:30 | US | Producer Prices m/m | Mar | 1.1 | 0.7 | Percent |
14:30 | US | Producer Prices y/y | Mar | 4.6 | 3.4 | Percent |
Die Prognosen sind Konsensschätzungen einer Reuters-Umfrage.
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BLICKPUNKT POLITIK:
USA/IRAN - Nach Aussage von US-Präsident Donald Trump will der Iran ein Abkommen schließen. Der Iran habe "heute Morgen angerufen" und "möchte eine Einigung erzielen", sagte Trump am Montag vor Reportern. Trump betonte, er werde keiner Vereinbarung zustimmen, die es Teheran ermögliche, Atomwaffen zu besitzen. Die jüngsten Gespräche in Pakistan seien in Bezug auf Nuklearfragen ins Stocken geraten und eine Blockade von Schiffen, die die Straße von Hormus passieren, habe begonnen.
NORDKOREA hat nach eigenen Angaben erneut strategische Marschflugkörper und Anti-Schiffs-Raketen von seinem Zerstörer Choe Hyon aus getestet. Die Tests seien Teil von Prüfungen der operativen Effizienz des Kriegsschiffs durchgeführt worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Machthaber Kim Jong Un habe die Tests zusammen mit hochrangigen Verteidigungsbeamten und Marinekommandeuren beobachtet.
DEUTSCHLAND/AFD - Der verteidigungspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Rüdiger Lucassen, ist am Montag zurückgetreten. Grund ist offenbar ein außen- und sicherheitspolitischer Richtungsstreit in der Bundestagsfraktion der Partei. In einem Schreiben an die Fraktionsführung der AfD nennt Lucassen als Grund für seinen Schritt den Streit um seine Person und um "den außen- und sicherheitspolitischen Kurs unserer Partei, den ich vertrete."
TERMINE:
EU court to rule in copyright case brought by German band "Kraftwerk"
Spain's PM Pedro Sanchez on state visit in China
09:30 - German defence Minister Boris Pistorius receives Ukrainian counterpart Mychajlo Fedorov in Berlin
18:00 - Germany's Merz receives African Union Commission Chairperson Mahmoud Ali Youssouf
18:00 - Report on status of U.S. tariff refund system expected from U.S. customs agency
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SNAPSHOT MÄRKTE:
WALL STREET - Die Hoffnung auf eine Lösung im Krieg zwischen den USA und dem Iran hat die Wall Street am Montag angetrieben. Nach einem verhaltenen Start legten die US-Börsen im Handelsverlauf zu, nachdem US-Präsident Donald Trump erklärt hatte, der Iran wolle eine Einigung.
ASIEN - Die asiatischen Börsen haben am Dienstag von der Hoffnung auf eine diplomatische Lösung im Iran-Konflikt profitiert. Nach Angaben der US-Regierung laufen trotz der am Wochenende gescheiterten Friedensgespräche weiterhin Verhandlungen mit Teheran. US-Präsident Donald Trump sagte am Montag, der Iran habe "heute Morgen angerufen" und wolle eine Einigung erzielen.
DEVISEN
Währungen | Kurse um 07:00 Uhr | Veränderung in Prozent |
Euro/DollarEUR= | 1,1766 | +0,1% |
Pfund/DollarGBP= | 1,3518 | +0,1% |
Dollar/FrankenCHF= | 0,7829 | -0,1% |
Euro/Franken | 0,9212 | -0,0% |
Dollar/YenJPY= | 159,03 | -0,3% |
Bitcoin/DollarBTC= | 74.413,89 | +1,7% |
Ethereum/DollarETH= | 2.364,61 | +4,9% |
| Kurs um 07:00 Uhr | EZB-Fixing am 13.04.2026 |
Euro/PfundEURGBP= | 0,8702 | 0,8706 |
US-AKTIEN
Schlusskurse der US-Indizesam Montag | Stand | Veränderung in Prozent |
Dow Jones.DJI | 48.218,25 | +0,6% |
Nasdaq.IXIC | 23.183,74 | +1,2% |
S&P 500.SPX | 6.886,24 | +1,0% |
ASIATISCHE AKTIEN
Asiatische Aktienindizes am Dienstag | Kurse um 07:00 Uhr | Veränderung in Prozent |
Nikkei.N225 | 57.801,45 | +2,3% |
Topix.TOPX | 3.751,26 | +0,8% |
Shanghai.SSEC | 4.010,45 | +0,6% |
CSI300.CSI300 | 4.685,77 | +0,8% |
Hang Seng.HSI | 25.783,72 | +0,5% |
Kospi.KS11 | 6.003,16 | +3,4% |
EUROPÄISCHE AKTIEN
Schlusskurse europäischer Aktien-Indizes und -Futures am Montag | Stand |
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Dax.GDAXI | 23.742,44 |
|
EuroStoxx50.STOXX50E | 5.905,02 |
|
SMI.SSMI | 13.145,91 |
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Indikationen | Stand |
|
Dax bei Lang & SchwarzDAX=LUSG | 23.956,00 |
|
Late/Early-Dax.GDAXIL | 23.852,29 |
|
SMI-FutureFSMIc1 | 13.020,00 |
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ANLEIHEN
Anleihe-Futures | Stand |
|
Bund-FutureFGBLc1 | 125,23 |
|
T-Bond-FutureUSc1 | 114,41 |
|
Gilt-FutureFLGc1 | 88,14 |
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Anleihe-Renditen | Stand | Schluss-Rendite am am 13.04.2026 |
10-jährige BundesanleiheDE10YT=RR | 3,068% | 3,089% |
30-jährige BundesanleiheDE30YT=RR | 3,593% | 3,617% |
10-jährige US-AnleiheUS10YT=RR | 4,280% | 4,297% |
30-jährige US-AnleiheUS30YT=RR | 4,882% | 4,900% |
10-jährige brit. AnleiheGB10YT=RR | 4,872% | 4,872% |
30-jährige brit. AnleiheGB30YT=RR | 5,529% | 5,529% |
Zusatzinfo zu den Anleihemärkten unter: [DBT GVD]
ROHSTOFFE
Energie und Metalle | Preise um 07:00 Uhr | Veränderung in Prozent |
Brent-ÖlLCOc1 ($/Barrel) | 97,89 | -1,5% |
WTI-ÖlCLc1 ($/Barrel) | 96,71 | -2,4% |
US-Erdgas ($/MMBTU) | 2,6050 | -0,8% |
GoldXAU= ($/Feinunze) | 4.773,98 | +0,7% |
KupferCMCU3 ($/Tonne) | 13.072,00 | +0,1% |
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