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BÖRSEN-TICKER-Neuer KI-Steuerplaner belastet US-Brokerhäuser

ReutersFeb 10, 2026 6:39 PM

- Es folgt der Börsen-Ticker zu wichtigen Kursbewegungen an den internationalen Finanzmärkten und ihren Ursachen:

19.35 Uhr - Die Markteinführung eines KI-gestützten Steuerplanungstools des Fintech-Unternehmens Altruist belastet die Aktien von US-Brokerhäusern. Die Papiere von LPL FinancialLPLA.O, Raymond JamesRJF.N, Charles SchwabSCHW.N und Stifel FinancialSF.N verlieren zwischen 4,7 und 8,8 Prozent. Die Anwendung "Hazel" erstellt laut Altruist maßgeschneiderte Steuerstrategien, indem sie Dokumente wie Steuererklärungen, Gehaltsabrechnungen und E-Mails auswertet. "Sobald es auch nur eine kleine negative Nachricht gibt, verkaufen Händler erst einmal und stellen erst später Fragen", sagte Dennis Dick, Chefstratege bei Stock Trader Network. Die Einführung eines Plug-ins für den KI-Chatbot Claude von Anthropic, das juristische Aufgaben übernehmen kann, hatte vergangene Woche die Technologiebranche auf Talfahrt geschickt. Viele Anleger befürchten, dass KI klassische Software verdrängt, auf der die Geschäftsmodelle vieler Konzerne beruhen.

17.40 Uhr - Ein Umbau in der Führungsriege der US-Einzelhandelskette TargetTGT.N hat die Anleger verunsichert. Die Aktie gibt um gut ein Prozent nach. Der neue Konzernchef Michael Fiddelke berief die langjährige Managerin Lisa Roath zur Betriebschefin (Chief Operating Officer). Im Gegenzug müssen der Vertriebschef Rick Gomez und die für Bekleidung zuständige Einkaufschefin Jill Sando das Unternehmen verlassen. Fiddelke, der Anfang des Monats sein Amt antrat, will mit dem Umbau den Betrieb verschlanken und den zuletzt schwächelnden Absatz wieder ankurbeln.

17.00 Uhr - Eine starke Nachfrage im Luxussegment hat der Aktie der US-Hotelkette MarriottMAR.O ein Rekordhoch beschert. Die Titel legen um bis zu 9,8 Prozent auf 363,54 Dollar zu und sind damit so teuer wie nie. Der Umsatz des Unternehmens für das vierte Quartal übertraf mit 6,69 Milliarden Dollar die Erwartungen der Analysten. Marriott verwies als Grund auf ein starkes Wachstum in seinem Geschäft mit Luxuszimmern, zu dem die Hotels der Marke Ritz-Carlton gehören. Das Unternehmen sprach von einer "unersättlichen Nachfrage nach Luxus" bei wohlhabenden Kunden, die seit einiger Zeit Ausgaben für Erlebnisse und Reisen priorisierten.

14.50 Uhr - Überraschend starke Quartalszahlen stützen die Aktien des US-Spielzeugherstellers HasbroHAS.O. Die Papiere des Herstellers von Spielen wie "Dungeons & Dragons" und "Monopoly" rücken vorbörslich um rund 1,5 Prozent vor. Hasbro meldete für das vierte Quartal einen Umsatz und Gewinn über den Markterwartungen. Zudem kündigte das Unternehmen eine Partnerschaft mit Warner Bros DiscoveryWBD.O zur Entwicklung von Spielwaren und Spielen für das "Harry Potter"-Franchise an. Für das Gesamtjahr stellte Hasbro jedoch ein Umsatzwachstum von drei bis fünf Prozent in Aussicht und verfehlte damit die durchschnittliche Analystenprognose von 5,2 Prozent. Dies grenzte die Kursgewinne ein. "Der Wettbewerb in der Spielwarenbranche ist intensiv, und die Nachfrage war in den vergangenen Jahren verhalten", sagte Zachary Warring vom Analysehaus CFRA. "Leichte Preiserhöhungen bei den stärksten Marken des Unternehmens wären daher naheliegend."

14.25 Uhr - Eine optimistische Quartalsprognose ermuntert Anleger zum Einstieg bei SpotifySPOT.N. Die US-notierten Titel des schwedischen Musik-Streamingdienstes legen im vorbörslichen US-Handel um rund zehn Prozent zu. Das Unternehmen stellte für das erste Quartal einen operativen Gewinn von 660 Millionen Euro in Aussicht und übertraf damit die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt von 652,3 Millionen Euro ausgegangen waren. Spotify profitiert derzeit von Preiserhöhungen und einem starken Nutzerwachstum. Rückenwind im vierten Quartal brachte dem Unternehmen zufolge die Funktion "Wrapped" - ein individueller Jahresrückblick für die Nutzer, der in den sozialen Medien für viel Aufmerksamkeit sorgte und zusätzliche Kunden für die Plattform gewann.

11.14 Uhr - Nach einer Herunterstufung rutschen IonosIOSn.DE ans MDax.MDAXI-Ende. Die Titel des Internet-Dienstleisters fallen um bis zu 9,2 Prozent auf 23,65 Euro. Die Analysten der UBS haben die Titel auf "Neutral" von "Buy" heruntergenommen. Im SDax.SDAXI rutschen 1&11U1.DE um bis zu 6,6 Prozent ab. Auch diese Titel sind von der UBS auf "Neutral" von "Buy" heruntergenommen worden.

10.29 Uhr - Besser als erwartet ausgefallene Quartalsergebnisse lassen Anleger in Scharen bei KeringPRTP.PA zugreifen. Die Papiere des französischen Luxuskonzerns schnellen um bis zu 14,4 Prozent in die Höhe. Der Umsatz von Kering fiel im vierten Quartal auf 3,91 Milliarden Euro. Damit hat er laut Barclays die Konsensprognose um zwei Prozent übertroffen. Die Experten von RBC erläutern in einem Kommentar, die Ergebnisse bestätigten eine leichte weitere Verbesserung. Der Fokus werde nun jedoch darauf liegen, inwieweit Kering in einem nach wie vor recht schwierigen Luxusmarktumfeld in den Jahren 2026 und 2027 wieder Wachstum erzielen kann. Die Quartalsbilanz von Kering sorgt in der Branche für gute Stimmung. Der entsprechende europäische Index.STXLUXP steigt um bis zu 2,7 Prozent. Die Papiere von MonclerMONC.MI, FerragamoSFER.MI, LVMHLVMH.PA, HermesHRMS.PA, RichemontCFR.S und SwatchUHR.S legen zwischen zwei und vier Prozent zu.

10.21 Uhr - Nach dem Abgang von Finanzvorstand Diego de Giorgi brechen die Kurse von Standard CharteredSTAN.L ein. Die Titel des britischen Kreditinstituts verlieren bis zu 5,2 Prozent. Wie Standard Chartered mitteilte, trat De Giorgi nach zweijähriger Tätigkeit von seiner Position bei der auf Asien und Afrika fokussierten Bank zurück. De Giorgi wechselt als Leiter der EMEA-Region zu Apollo, teilte der Vermögensverwalter mit. Der Verlust von De Giorgi sei ein "besonderer Schlag" für die Bank, schreiben die Analysten von Jefferies in einem Kommentar. Der Finanzvorstand sei nicht nur die treibende Kraft hinter dem Kosten- und Effizienzmanagementprogramms der Bank gewesen, sondern habe in den vergangenen Jahren auch großen Einfluss auf die Investorenkommunikation gehabt.

09.32 Uhr - Nach einer positiveren Brancheneinschätzung von Goldman Sachs setzen die Chemiewerte zum Höhenflug an. Die Aktien von SymriseSY1G.DE stehen mit einem Plus von bis zu 6,4 Prozent an der Dax.GDAXI-Spitze. Die Analysten haben die Titel des Aromenherstellers auf "Buy" von "Neutral" gesetzt. Auch EvonikEVKn.DE starten nach einer Kaufempfehlung (vorher "Sell") der Goldman-Experten durch und legen im MDax.MDAXI mehr als fünf Prozent zu. Die Aktien von LanxessLXSG.DE steigen in der Spitze um knapp zehn Prozent. Die Analysten haben die Titel auf "Neutral" von "Sell" angehoben. In der europäischen Chemiebranche sei zwar weiter von Unsicherheit und strukturellen Gegenwinden die Rede, aber es gebe auch erste Anzeichen einer wirtschaftlichen Belebung und Verbesserung der industriellen Rahmenbedingungen, heißt es in dem Kommentar.

08.21 Uhr - Die Angst vor einer Regierungskrise in Großbritannien macht der Landeswährung zu schaffen. Das Pfund verliert bis zu 0,2 Prozent auf 1,3664 Dollar. Es bleibe fraglich, ob Keir Starmer auch noch Ende des Jahres Premierminister sei, sagt Commerzbank-Analyst Michael Pfeister. "Das Pfund leidet momentan unter der Unsicherheit und bis zu einer nachhaltigen Klärung der Angelegenheit dürfte das auch noch so weiter gehen." Der britische Premierminister kämpft angesichts der Ausweitung des Epstein-Skandals derzeit um sein politisches Überleben. Kommunikationschef Tim Allan trat am Montag zurück, um nach eigenen Angaben Platz für einen Neuanfang zu machen. Am Sonntag hatte bereits Starmers wichtigster Berater Morgan McSweeney seinen Hut genommen. Hintergrund ist die interne Unterstützung für Peter Mandelson, den Starmer trotz dessen bekannter Verbindungen zu dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zum britischen Botschafter in den USA ernannt hatte.

07.45 Uhr - Nach dem Erdrutschsieg von Premierministerin Sanae Takaichi setzt die japanische Landeswährung ihren Erholungskurs fort. Der Dollar verliert bis zu 0,5 Prozent auf 155,10 Yen. Das klare Votum für die Liberaldemokraten ebnet den Weg für Takaichis umstrittene Pläne zu Steuersenkungen und einer massiven Aufrüstung des Militärs. Seit Montag hat der Yen mehr als ein Prozent gewonnen. Analysten erwarten jedoch langfristig eine Abschwächung des Yen. Ihrer Einschätzung nach sollte Takaichis Finanzpolitik die ohnehin zuletzt gebeutelte Währung weiter belasten. "Investoren in japanische Devisen und Staatsanleihen dürften den Wahlausgang vor allem unter dem Gesichtspunkt der Tragfähigkeit der Staatsfinanzen bewerten," sagt Matthew Ryan von Ebury. Seit Takaichis Amtsantritt als Vorsitzender der Liberaldemokratischen Partei im Oktober hat der Yen sechs Prozent an Wert eingebüßt. Da die Geldpolitik voraussichtlich weiter gelockert werde, sollte der Dollar zum Yen letztendlich wieder an Stärke gewinnen, sagt Carol Kong von der Commonwealth Bank of Australia. "Wir prognostizieren weiterhin einen Anstieg des Dollar-Yen-Kurses auf 164 bis Jahresende."

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