tradingkey.logo

Klingbeil zu Trumps Grönland-Wende: Nicht zu früh freuen

ReutersJan 21, 2026 9:10 PM

- Vize-Kanzler Lars Klingbeil warnt vor zu großem Optimismus nach der angeblichen Beilegung des Streits mit US-Präsident Donald Trump um die Aneignung von Grönland. Nach dem "Hin und Her" der vergangenen Tage müsse man zunächst abwarten, was substanziell zwischen Trump und Nato-Generalsekretär Mark Rutte vereinbart worden sei, sagte der SPD-Chef am Mittwochabend im ZDF. "Es ist gut, dass man im Dialog ist, aber ein bisschen abwarten muss man schon und zu früh freuen sollte man sich auch nicht." Er wolle die genauen Absprachen erst "schwarz auf weiß" sehen.

Klingbeil führte die neuen Töne Trumps sowohl auf die geschlossene Haltung der Europäer als auch auf den wirtschaftlichen Druck in den USA zurück. In Gesprächen mit Investoren am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos habe er eine wachsende Unsicherheit bezüglich der Finanzstabilität in den USA wahrgenommen. "Da ist in den USA schon eine Nervosität entstanden", sagte der Bundesfinanzminister. Es sei richtig gewesen, dass Europa solidarisch an der Seite Dänemarks gestanden und die staatliche Integrität betont habe. Man dürfe sich nun jedoch nicht zurücklehnen. Der Vorfall habe gezeigt, dass die EU ihre Hausaufgaben bei Wettbewerbsfähigkeit und Verteidigung machen müsse.

Scharfe Kritik übte Klingbeil an der Entscheidung des EU-Parlaments, das Mercosur-Handelsabkommen mit Südamerika vorerst auf Eis zu legen. Dies sei das falsche Signal. "Da haben anscheinend einige den Schuss nicht gehört", sagte Klingbeil. Er ermutigte die EU-Kommission, das Abkommen dennoch vorzeitig in Kraft treten zu lassen. Gerade in der aktuellen geopolitischen Lage seien neue Partnerschaften für Europa essenziell.

Haftungsausschluss: Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich Bildungs- und Informationszwecken und stellen keine Finanz- oder Anlageberatung dar

Verwandte Artikel

Tradingkey
KeyAI