WTI zieht sich zurück, da die Märkte das Risiko eines Angriffs auf Hormus herunterspielen und auf den US-Arbeitsmarktbericht warten
- WTI fällt am Freitag trotz erneuter Angriffe in der Nähe der Straße von Hormus.
- Donald Trump sagt, der Waffenstillstand mit Iran bleibe bestehen und beschreibt die Angriffe als bloßen Liebesklaps.
- Investoren warten nun auf den US-Beschäftigungsbericht, um neue Hinweise auf den geldpolitischen Ausblick der Fed zu erhalten.
US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) fällt am Freitag zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts auf rund 92,00 USD und damit um 2,76 % gegenüber dem Vortag, da die Märkte den geopolitischen Risikoaufschlag im Nahen Osten reduzieren. Der Rücksetzer bei den Ölpreisen erfolgt trotz erneuter militärischer Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten (USA) und Iran, wobei Investoren derzeit das Szenario eines anhaltenden Waffenstillstands zwischen den beiden Ländern bevorzugen.
Die Marktstimmung verbesserte sich nach Äußerungen des US-Präsidenten Donald Trump, der in einem Interview mit ABC News sagte, die am Donnerstag in der Nähe der Straße von Hormus ausgetauschten Angriffe signalisierten keine Wiederaufnahme des Krieges. „Es ist nur ein Liebesklaps“, sagte Trump und fügte hinzu, dass der Waffenstillstand weiterhin voll wirksam sei. Der US-Präsident bekräftigte jedoch, dass Washington erneut gegen den Iran vorgehen könnte, falls Teheran die Bedingungen eines möglichen Abkommens ablehne.
Händler beobachten auch die diplomatischen Gespräche rund um den US-Vorschlag zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus und zur Beendigung des Krieges. Laut mehreren Medienberichten wartet die US-Regierung noch auf eine offizielle Antwort Irans bezüglich des von Washington vorgelegten Memorandums of Understanding, das Beschränkungen für Teherans nukleare Ambitionen beinhaltet.
Trotz dieses erneuten Optimismus bleiben die Spannungen in der Region hoch. Iranische Beamte warfen den USA vor, den Waffenstillstand nach Angriffen auf Schiffe in der Nähe der Straße von Hormus und auf bestimmte zivile Gebiete verletzt zu haben. Unterdessen erklärte das US-Zentralkommando, es habe auf iranische Angriffe gegen mehrere US-Zerstörer reagiert, die durch das Gebiet fuhren.
Die Bewegungen am Ölmarkt bleiben besonders volatil. Analysten der Rabobank stellten fest, dass die Ölpreise weiterhin stark auf jede neue Schlagzeile aus Washington reagieren, angesichts dünner Liquiditätsbedingungen und algorithmusgesteuerter Handelsaktivitäten. Die Bank argumentierte zudem, dass der jüngste Rückgang des Brent-Öls von Höchstständen nahe 115 USD vorzeitig erscheine, angesichts der anhaltenden Risiken rund um die Straße von Hormus.
Investoren warten nun auf die Veröffentlichung des US-Beschäftigungsberichts für Mai, einschließlich der Nonfarm Payrolls (NFP), die für 12:30 GMT angesetzt ist. Die Zahlen könnten die Erwartungen an den geldpolitischen Ausblick der Federal Reserve (Fed) beeinflussen, da die Märkte weiterhin die Auswirkungen der US-Wirtschaftsverlangsamung auf die globale Energienachfrage bewerten.
WTI Öl - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.
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