Heftige Angriffe nach versuchtem Durchbruch der Blockade der Straße von Hormus
Washington/Dubai, 04. Mai (Reuters) - Nach dem Versuch der US-Marine, die iranische Blockade der Straße von Hormus zu durchbrechen, ist es am Montag erstmals seit Beginn der Waffenruhe zu schweren wechselseitigen Angriffen gekommen. Allerdings machten beide Seiten widersprüchliche Angaben über den Verlauf der Kampfhandlungen. Mutmaßliche iranische Angriffe trafen mehrere Schiffe und setzten einen Ölhafen in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) in Brand. So meldete Südkorea eine Explosion auf einem seiner Handelsschiffe. Die britische Seeschifffahrtsbehörde UKMTO registrierte Treffer auf zwei Schiffen vor der Küste der Emirate. Der dortige Ölkonzern ADNOC bestätigte einen Drohnenangriff auf einen leeren Tanker. Auch in der emiratischen Hafenstadt Fudschaira brach nach einer weiteren Attacke ein Feuer in einer Ölanlage aus.
Das US-Militär erklärte dagegen lediglich, zwei US-Handelsschiffe hätten die Meerenge sicher passiert. Zudem seien sechs kleine iranische Boote zerstört worden. Die iranischen Revolutionsgarden wiesen dies zurück und erklärten, es habe keine Durchfahrten gegeben.
"Der Iran hat im Zusammenhang mit der Operation 'Project Freedom' auf unbeteiligte Staaten geschossen, darunter auf ein südkoreanisches Frachtschiff", erklärte US-Präsident Donald Trump in den sozialen Medien. "Vielleicht ist es für Südkorea an der Zeit, sich der Mission anzuschließen!" Trump hatte in der Nacht zum Montag das "Project Freedom" angekündigt, um die für den globalen Energiehandel entscheidende Meerenge wieder für die Schifffahrt zu öffnen. Vor dem Krieg wurde ein Fünftel des weltweiten Erdöls und Flüssigerdgases durch die Straße von Hormus transportiert.
In den zwei Monaten, seit Trump an der Seite Israels einen Luftkrieg gegen den Iran begonnen hatte, blockierte Teheran die Route für ausländische Schiffe weitgehend. Die USA blockieren ihrerseits seit vergangenem Monat Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. Eigentlich gilt zwischen dem Iran und den USA seit vier Wochen eine Waffenruhe, während der über einen Friedensvertrag verhandelt werden soll. Die von Pakistan vermittelten Gespräche stecken allerdings in einer Sackgasse.
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