West Texas Intermediate (WTI), die US-Rohöl-Benchmark, wird während der frühen europäischen Handelsstunden am Montag bei rund 103,30 USD gehandelt. Der WTI-Preis zieht sich zurück, nachdem Berichte veröffentlicht wurden, dass die Vereinigten Staaten (USA) und der Iran auf einen 45-tägigen Waffenstillstand drängen.
Die USA, der Iran und eine Gruppe regionaler Vermittler diskutieren die Bedingungen für einen möglichen Waffenstillstand, der zu einem dauerhaften Ende des Krieges führen könnte, berichtete Bloomberg am Montag unter Berufung auf Axios. Der Optimismus hinsichtlich des Friedensabkommens zwischen den USA und dem Iran könnte den WTI-Preis belasten.
Dennoch bleibt die Straße von Hormus, die Öl und Erdölprodukte aus dem Irak, Saudi-Arabien, Katar, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten transportiert, aufgrund iranischer Angriffe auf die Schifffahrt seit Beginn des Krieges am 28. Februar weitgehend geschlossen. Dies könnte kurzfristig die Abwärtsrisiken für die Rohölpreise begrenzen.
Am Sonntag einigten sich die Organisation erdölexportierender Länder und ihre Verbündeten (OPEC+) auf einen moderaten Anstieg der Produktion um 206.000 Barrel pro Tag (bpd) für Mai. Dieser Schritt war erwartet worden, wobei Berichte besagen, dass die Gruppe, die ihre Produktion steuert, bereitsteht, schnell weitere Barrel hinzuzufügen, sollte sich die Lage im Persischen Golf ändern.
Händler warten auf die Veröffentlichung des Berichts des American Petroleum Institute (API), der später am Dienstag veröffentlicht wird. Ein größer als erwarteter Rückgang der Rohölbestände deutet auf eine stärkere Nachfrage hin und könnte den WTI-Preis anheben, während ein größerer Anstieg als geschätzt auf eine schwächere Nachfrage oder ein Überangebot hinweist, was den WTI-Preis belasten könnte.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.