03. Apr (Reuters) - Es folgen Entwicklungen rund um den Krieg in der Ukraine. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen.
14.03 Uhr - Nach einem ukrainischen Drohnenangriff muss die russische Ölraffinerie Nowo-Ufimsk Insidern zufolge eine ihrer größten Rohöldestillationsanlagen abschalten. Der Angriff habe ein Feuer an der Anlage ausgelöst, die für etwa 28 Prozent der Gesamtkapazität der Raffinerie stehe, sagen drei mit dem Vorgang vertraute Personen. Der Gouverneur der Republik Baschkortostan, Radij Chabirow, teilt mit, mehrere ukrainische Drohnen seien in der Nähe von Ölraffinerien in der Stadt Ufa abgeschossen worden. Trümmerteile seien in ein Industriegebiet gefallen. Den Namen der betroffenen Raffinerie nennt er nicht. Der Eigentümer der Anlage, RosneftROSN.MM, ist für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.
13.50 Uhr - Die russischen Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft fallen im März im Jahresvergleich um 43 Prozent auf 617 Milliarden Rubel (7,72 Milliarden Dollar). Dies geht aus Daten des Finanzministeriums hervor, die den Rückgang mit niedrigeren Ölpreisen und einem stärkeren Rubel begründen. Gegenüber dem Vormonat steigen die Einnahmen jedoch an. Da die Zahlen auf der Produktion im Februar basieren und damit vor dem durch den US-israelischen Krieg im Iran ausgelösten Ölpreisanstieg liegen, wird ab April wieder mit wachsenden Erlösen gerechnet. Die Einnahmen sind entscheidend für den russischen Staatshaushalt, der angesichts hoher Militärausgaben ein massives Defizit aufweist.
12.48 Uhr - Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben eine Ölraffinerie in der Stadt Ufa angegriffen. Dadurch sei in der Anlage ein Feuer ausgebrochen, teilt der ukrainische Generalstab über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Ufa liegt mehr als 1400 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.
12.37 Uhr - Die russische Regierung erneuert ihre Forderung, dass die Ukraine ihre Truppen aus noch von ihr kontrollierten Gebieten des Donbas abzieht. Dies würde eine Friedensvereinbarung ermöglichen, sagt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow.
11.00 Uhr - Für die Ukraine ist die Lage an der Front nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj die Beste in den vergangenen zehn Monaten. Die ukrainischen Truppen hätten im vergangenen Monat eine russische Offensive vereitelt, teilt sein Präsidialamt mit. Allerdings würden nun die russischen Streitkräfte ihre Angriffe verstärken. Er beruft sich auf Daten der ukrainischen und britischen Geheimdienste. Zudem habe er US-Unterhändler nach Kiew eingeladen und "positive Signale" erhalten, erklärt er weiter.
10.13 Uhr - Der Vize-Chef des russischen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, rechnet nicht mit einem Austritt der USA aus der Nato. Die Regierung in Washington könnte jedoch symbolische Schritte unternehmen und etwa die Zahl der in anderen Nato-Staaten stationierten US-Truppen reduzieren, erklärt der ehemalige russische Präsident. Die offenkundigen Spaltungen innerhalb der Nato könnten zu Veränderungen der EU führen. "Die EU ist nicht länger nur eine Wirtschaftsunion. Sie kann sich ziemlich schnell in ein vollwertiges Militärbündnis verwandeln, das Russland offen feindlich gegenübersteht und in gewisser Weise schlimmer ist als die Nato." Daher müsse Moskau seine "tolerante Haltung" gegenüber einem möglichen EU-Beitritt der Ukraine aufgeben. Medwedew gilt als enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin.
09.31 Uhr - Russland überzieht die Ukraine nach Angaben der dortigen Luftwaffe seit Donnerstagabend mit einer anhaltenden Welle von Luftangriffen. Eine große Anzahl feindlicher Drohnen befinde sich im ukrainischen Luftraum, teilt die Luftwaffe mit. Dabei setze Moskau auf eine neue Taktik und suche nach Wegen, die ukrainische Luftabwehr zu durchdringen. "Wir sehen, dass der Feind neue Routen, ständig modernisierte Drohnen und neue Taktiken einsetzt", sagt Luftwaffensprecher Jurij Ihnat im staatlichen Fernsehen. In den vergangenen 24 Stunden habe Russland mehr als 400 Langstreckendrohnen sowie zehn ballistische Raketen abgefeuert. Letztere seien vor allem auf Gebiete nahe der Front gerichtet gewesen. Es ist das zweite Mal in dieser Woche, dass Russland auf einen nächtlichen Drohnenbeschuss schwere Angriffe am Tag folgen lässt.
00.18 Uhr - Der Bürgermeister von Charkiw, Ihor Terechow, meldet zahlreiche russische Drohnenangriffe auf seine Stadt. Sie hätten den ganzen Tag angehalten, schreibt Terechow auf Telegram. Demnach gab es Angriffe auf vier Stadtteile der zweitgrößten Stadt der Ukraine. Sie hätten mehrere Brände ausgelöst. Mindestens zwei Menschen seien verletzt worden, darunter ein achtjähriges Mädchen. Nach Behördenangaben schlugen mindestens 20 Drohnen in der Stadt ein. Weiter südlich in der Stadt Saporischschja beschädigten russische Drohnen nach Angaben des dortigen Gouverneurs Iwan Fedorow ein Hochhaus und ein Unternehmen.