Der Goldpreis (XAU/USD) gerät am frühen Freitag im asiatischen Handel unter Verkaufsdruck und nähert sich der Marke von 4.675 USD. Das Edelmetall fällt, da die Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zum Krieg mit dem Iran die Ölpreise in die Höhe trieben. Die Handelsaktivität bleibt aufgrund des Karfreitags gedämpft.
Trump sagte am Donnerstag während einer Fernsehansprache aus dem Weißen Haus, dass seine Kernziele im Iran „kurz vor dem Abschluss“ stünden. Dennoch fügte er hinzu, dass die USA den Iran in den nächsten zwei bis drei Wochen „extrem hart“ treffen würden.
Diese Äußerungen haben die Rohölpreise nach oben getrieben und die Erwartungen an Zinssenkungen reduziert. Gold wird oft in Zeiten geopolitischer Unsicherheit genutzt, bringt jedoch keine Zinsen, was es bei hohen Zinssätzen weniger attraktiv macht.
Die Händler werden weitere Hinweise von den wichtigen US-Arbeitsmarktdaten für März erwarten, die am Freitag veröffentlicht werden. Die Märkte rechnen damit, dass die Nonfarm Payrolls (NFP) im März 60.000 neue Stellen ausweisen, während die Arbeitslosenquote im gleichen Zeitraum voraussichtlich stabil bei 4,4 % bleibt. Sollten die Berichte ein schwächeres Ergebnis als erwartet zeigen, könnte dies den US-Dollar (USD) belasten und dem in USD notierten Rohstoffpreis etwas Unterstützung bieten.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.