Berlin, 25. Mrz (Reuters) - Europa liegt nach Einschätzung des Umweltlobbyverbandes Transport & Environment bei Elektroautos nur rund drei Jahre hinter China. Das sei ein Verdienst der strengeren CO2-Grenzwerte seit 2025, teilte die Organisation am Mittwoch mit. In Europa liege der Anteil von Elektroautos an allen Neuzulassungen derzeit bei knapp 20 Prozent und dabei auf dem Niveau, das in China schon 2022 erreicht worden sei. "Wenn Europa in seinen Bemühungen um eine stärkere Verbreitung von Elektroautos nicht nachlässt, kann die Lücke zu China noch vor 2030 geschlossen werden." Weil sieben von zehn verkauften Elektroautos in Europa gefertigt würden, trage das auch dazu bei, die hiesige Autoindustrie zu stärken.
"Das Narrativ der Branche, dass wir zu weit hinter China liegen und dass wir die CO2-Grenzwerte abschwächen müssen, um der Industrie zu helfen, ist fundamental falsch", sagte T&E-Direktor William Todts. Die Regulierung sei nicht das Problem. "Sie ist es vielmehr, die Europa im Rennen um die weltweite Führerschaft bei Elektroautos hält." Die EU-Kommission hatte im Dezember vorgeschlagen, die strikten Regeln zum Verbot von Verbrennungsmotoren ab 2035 zu lockern, zugleich sollen aber schärfere Vorgaben für Flottenbetreiber gelten. Sie reagierte damit auf Druck aus der Branche, die angesichts einer schwachen Nachfrage nach Elektroautos auf gelockerte Emissionsziele gedrängt hatte.
Allerdings gewinnen Elektroautos in einem allgemein schwachen Fahrzeugmarkt derzeit an Zuspruch. In den ersten beiden Monaten des Jahres wurden nach Angaben des Branchenverbandes ACEA rund ein Fünftel mehr Elektroautos verkauft als vor Jahresfrist. Noch stärker fiel das Plus bei Plug-In-Hybrid-Fahrzeugen aus. Autos mit reinen Verbrennungsmotoren sind dagegen auf dem Rückzug.