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HINTERGRUND-Insider: Drei Beratergruppen ringen um Trumps Gehör bei Iran

ReutersMar 13, 2026 5:07 PM
  • Insider: Streit um schnelles Ende oder gründliches Vorgehen
  • Präsidialamt: Es gibt keine Zerwürfnisse

- von Nandita Bose und Matt Spetalnick und Humeyra Pamuk

- Hinter den wechselhaften Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zum Verlauf des Iran-Krieges verbirgt sich Insidern zufolge eine komplexe Auseinandersetzung im Weißen Haus. Während sich der Konflikt im Nahen Osten ausweitet und die Ölpreise schwanken, streiten demnach mehrere Beratergruppen darüber, ob, wann und wie ein Sieg erklärt werden sollte. Zwar ist es ein bekanntes Merkmal von Trumps Führungsstil, dass verschiedene Lager um das Gehör des Präsidenten buhlen. Der Ausgang entscheidet diesmal jedoch über Krieg und Frieden in dem größten US-Militäreinsatz seit dem Irak-Krieg 2003.

Im Zentrum der Debatte stehen drei Gruppen, die in unterschiedliche Richtungen ziehen. Wirtschaftsberater und politische Strategen wie Stabschefin Susie Wiles warnen den Insidern zufolge davor, dass steigende Benzinpreise den Rückhalt für den Krieg in der Bevölkerung schnell untergraben könnten. Sie drängen Trump dazu, die Kriterien für einen Sieg eng zu fassen und ein baldiges Ende der Operation zu signalisieren. Demgegenüber stehen Falken wie die republikanischen Senatoren Lindsey Graham und Tom Cotton, die den militärischen Druck aufrechterhalten wollen, um den Iran an der Entwicklung von Atomwaffen zu hindern. Eine dritte Kraft bildet Trumps populistische Basis um Akteure wie Steve Bannon, die den Präsidenten öffentlich und privat drängen, sich nicht in einen weiteren langwierigen Konflikt im Nahen Osten hineinziehen zu lassen.

US-PRÄSIDIALAMT WEIST BERICHTE ÜBER STREIT ZURÜCK

"Er lässt die Falken in dem Glauben, dass der Feldzug weitergeht, will den Märkten signalisieren, der Krieg könnte bald enden, und seiner Basis vermitteln, dass die Eskalation begrenzt bleibt", fasst ein Berater Trumps Vorgehen zusammen. Das Weiße Haus weist Berichte über interne Zerwürfnisse zurück. Die Darstellung basiere auf Klatsch und Spekulationen von anonymen Quellen, die bei den Diskussionen nicht anwesend seien, teilte Sprecherin Karoline Leavitt mit. Letztendlich wisse jeder, dass Trump derjenige sei, "der allein die Entscheidungen trifft und seine Botschaften selbst am besten vermittelt".

Trump bezeichnete den Feldzug in dieser Woche mehrfach als "kurzfristigen Ausflug". Einem Insider zufolge entstammte diese Wortwahl einem internen Memo, mit dem signalisiert werden sollte, dass die USA keinen endlosen Konflikt anstreben. Die offiziellen Kriegsziele blieben jedoch zunächst vage und reichten von der Abwehr eines drohenden Angriffs bis zum Sturz der Regierung. Nun diskutieren zwei Insidern zufolge einige Berater ein Szenario für das Kriegsende: Trump könnte die militärischen Ziele für erreicht erklären und künftig auf Sanktionen und Abschreckung setzen. Damit würde er dem Wunsch seiner Wirtschaftsberater folgen, die Märkte zu beruhigen.

Allerdings regt sich den Angaben zufolge im Weißen Haus noch Widerstand gegen diese Strategie. Analysten geben unterdessen zu bedenken, dass die iranische Führung das bloße Überleben der US-israelischen Angriffe als eigenen Sieg verbuchen dürfte, ungeachtet der militärischen Verluste.

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