Frankfurt, 13. Mrz (Reuters) - Trotz der US-Freigabe zum Kauf russischen Öls bleibt die Lage am Energiemarkt angespannt. Die Notierungen für das Nordseeöl BrentLCOc1 gaben am Freitag nur minimal nach und pendelten weiter um die 100-Dollar-Marke pro Fass. Das US-Öl WTICLc1 verbilligte sich um 0,8 Prozent auf 94,93 Dollar je Fass. Die Preise für Brent und WTI verteuerten sich auf Wochensicht um neun und sieben Prozent.
Seit Beginn des Iran-Krieges hat die Angst vor langfristigen Lieferausfällen die Notierungen um gut 40 Prozent in die Höhe schnellen lassen. Um die Turbulenzen am Ölmarkt abzufedern, erlauben die USA Ländern, für die nächsten 30 Tage auf See befindliches russisches Öl und Ölprodukte zu kaufen. Am Mittwoch hatte das US-Energieministerium bereits angekündigt, 172 Millionen Barrel Öl aus der strategischen Ölreserve freizugeben, um die Energiemärkte zu stabilisieren. Dies ist Teil einer Zusage der 32 Mitgliedstaaten der Internationalen Energieagentur (IEA), insgesamt 400 Millionen Barrel Öl freizugeben.
Analysten zweifelten jedoch daran, dass diese Maßnahmen erfolgsversprechend sind. Für den Markt seien dies kurzfristige Lösungen, die die Angebotsproblematik nicht beheben könnten, sagte Emril Jamil, Analyst bei LSEG. Entscheidender wäre laut Yang An, Analyst bei Haitong Futures, die Normalisierung der Schifffahrt in der Straße von Hormus wiederherzustellen. Da der Schiffsverkehr in der Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman im Zuge des Nahost-Krieges praktisch zum Erliegen gekommen ist, sind die Ölpreise zuletzt so deutlich angezogen. Durch die Straße von Hormus fließt etwa ein Fünftel des weltweiten Ölangebots.
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