Berlin, 11. Mrz (Reuters) - Der Iran hat zwei Insidern zufolge rund ein Dutzend Minen in der Straße von Hormus ausgelegt. Die Standorte der meisten Minen seien bekannt, sagte einer von ihnen am Mittwoch. Wie die USA damit umgehen wollten, ließ er jedoch offen. Der US-Sender CNN hatte am Dienstag zuerst über die Verminung der Straße von Hormus berichtet. Der Schritt dürfte die Wiedereröffnung der für den Transport von Öl und Flüssigerdgas (LNG) bedeutsamen Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman erschweren. Die Exporte durch die Wasserstraße vor der iranischen Küste sind infolge des am 28. Februar von den USA und Israel begonnenen Krieges praktisch zum Erliegen gekommen. Dies hat zu einem Anstieg der weltweiten Energiepreise beigetragen.
Das iranische Militärkommando hat mit erheblichen Auswirkungen auf den Ölpreis gedroht, ohne jedoch Details zu nennen. "Machen Sie sich auf einen Ölpreis von 200 Dollar pro Barrel gefasst", sagte der Sprecher des Militärkommandos, Ebrahim Solfaghari, an die USA gerichtet. "Denn der Ölpreis hängt von der regionalen Sicherheit ab, die Sie destabilisiert haben." Die Nordseesorte Brent und die US-Sorte WTI kosteten am Mittwoch rund 93 Dollar beziehungsweise 89 Dollar je Barrel.
Der Iran hat seit Langem damit gedroht, als Vergeltung für einen Militärangriff die Meerenge zu verminen. Etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und LNG-Lieferungen wird normalerweise durch die Straße von Hormus transportiert. An ihrer engsten Stelle ist sie 33 Kilometer breit. Die schiffbaren Passagen in beide Richtungen sind nur drei Kilometer breit. Die zentrale Fahrrinne gilt als internationale Schifffahrtsstraße. Dass der Iran in der Lage ist, dort den Schiffsverkehr zu unterbinden, ermöglicht dem Land einen erheblichen Druck auf die USA und ihre Verbündeten.
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben am Dienstag 16 iranische Minenleger ausgeschaltet. Die US-Marine lehnte es bislang ab, Handelsschiffen Geleitschutz durch die Meerenge zu geben. US-Präsident Donald Trump hatte den Iran am Dienstag aufgefordert, alle in der Meerenge ausgelegten Minen unverzüglich zu entfernen. Andernfalls müsse das Land mit militärischen Konsequenzen rechnen, die er jedoch nicht näher benannte.