Washington, 05. Mrz (Reuters) - Die USA werden nach Darstellung von Präsident Donald Trump an der Auswahl des nächsten iranischen Staatsoberhaupts beteiligt sein. In einem Telefoninterview mit der Nachrichtenagentur Reuters verglich Trump dies am Donnerstag mit dem Vorgehen der USA in Venezuela. Die Regelung der Nachfolge für das geistliche und politische Oberhaupt Irans, Ajatollah Ali Chamenei, der am Samstag bei den Angriffen der USA und Israels auf den Iran ums Leben gekommen war, stehe noch am Anfang, sagte Trump. Es müsse jemand sein, "der großartig für das Land, großartig für das Volk" des Irans sei. Dass Chameneis Sohn Modschtaba das Amt übernehme, bezeichnete der Präsident als sehr unwahrscheinlich. Eine Stellungnahme des Irans lag zunächst nicht vor.
Trump äußerte sich zudem zu den Auswirkungen des Krieges auf die Ölmärkte. Die Benzinpreise seien bislang nicht stark gestiegen, erklärte der US-Präsident. Die für den Welthandel strategisch wichtige Straße von Hormus werde man offen halten. Zum militärischen Verlauf sagte Trump, der Einsatz im Iran schreite schneller voran als geplant. Er nannte es zudem "wunderbar", sollten die Kurden eine Offensive gegen den Iran beginnen. Trump hatte in den vergangenen Tagen erklärt, die US-Marine werde notfalls Öltankern durch die Straße von Hormus Begleitschutz bieten. Die Regierung in Teheran hat die für Öl- und Erdgaslieferungen wichtige Wasserstraße für gesperrt erklärt.
Trumps Vergleich mit Venezuela bezieht sich auf den dortigen Machtwechsel in diesem Jahr: Übergangspräsidentin Delcy Rodriguez hatte das Amt übernommen, nachdem US-Sicherheitskräfte den sozialistischen Präsidenten Nicolas Maduro im Januar festgenommen und in die USA gebracht hatten.