05. Mär (Reuters) - Ein vorübergehender Anstieg des Ölpreises (link) auf 100 Dollar pro Barrel könnte das globale Wachstum um 0,4 Prozentpunkte abbremsen, so die Analysten von Goldman Sachs am Donnerstag, da ein sich ausweitender Konflikt im Iran (link) die lebenswichtigen Öl- und Gasströme im Nahen Osten abwürgt.
In seiner Basisprognose geht Goldman davon aus, dass die Ölpreise noch etwas weiter steigen werden, bevor sie im ersten Quartal 2026 auf durchschnittlich 76 Dollar pro Barrel und im vierten Quartal auf 65 Dollar sinken.
In einem Aufwärtsszenario erwartet Goldman einen Anstieg der Ölpreise auf etwa 100 Dollar pro Barrel, bevor sie sich im Laufe des Jahres 2026 normalisieren.
In seiner Basisprognose geht Goldman von einem "bescheidenen" Rückgang des globalen BIP-Wachstums um 0,1 Prozentpunkte und einem Anstieg der globalen Gesamtinflation um 0,2 Prozentpunkte aus.
Ein Sprung auf 100 Dollar pro Barrel könnte einen Anstieg der weltweiten Gesamtinflation um 0,7 Prozentpunkte bewirken.
Die Zentralbanken haben in der Vergangenheit nicht direkt auf Ölpreisschocks reagiert, sondern neigen dazu, die Geldpolitik bei erhöhter Inflation oder starken Preisschocks moderat zu straffen, so das Maklerunternehmen.
Die globalen geldpolitischen Aussichten bleiben bei der Basisprognose weitgehend unberührt.
Die Politik könnte jedoch restriktiver werden - möglicherweise durch eine Verzögerung der Zinssenkungen in den Schwellenländern -, wenn der Ölpreis die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel erreicht oder wenn die höheren Kosten überdurchschnittlich schnell auf die Verbraucherpreise durchschlagen.
Höhere Ölpreise werden voraussichtlich die Realeinkommen und die Verbraucherausgaben belasten, während Ölexporteure wie Kanada und mehrere lateinamerikanische Volkswirtschaften davon profitieren könnten.