Berlin, 25. Feb (Reuters) - Bundesaußenminister Johann Wadephul hat vor einer neuen Runde indirekter Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran die Hoffnung auf eine Einigung geäußert. Er blicke "gespannt nach Genf und hoffe sehr, dass die Verhandlungen dort von Erfolg gekrönt sind", sagte Wadephul am Mittwoch in Berlin. Eine militärische Eskalation in der Region müsse verhindert werden. Am Donnerstag treffen sich Unterhändler der USA und der iranischen Führung in Genf zu einer neuen Verhandlungsrunde. Dabei geht es vor allem um das iranische Atomprogramm.
Wadephul betonte, es müsse verhindert werden, dass Nuklearwaffen in die Hände des Iran gerieten. Zudem müsse das ballistische Raketenprogramm der Regierung in Teheran gestoppt werden. Drittens müsse der Iran eine "stabilisierende Regionalpolitik" betreiben, also seine Unterstützung radikaler Gruppen wie Hamas, Hisbollah und Huthis beenden. "Wenn Teheran die Lage nüchtern analysiert, dann sollte es erkennen, dass es in diesen drei Bereichen auch auf die USA zugehen sollte", sagte Wadephul. "Das ist auch die Erwartung Europas, denn auch wir werden dadurch bedroht."
US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mehrfach mit einem Militärschlag gedroht, sollte es bei den Verhandlungen zu keinem Ergebnis kommen. Am Dienstag erklärte seine Sprecherin Karoline Leavitt, Trumps erste Wahl sei immer die Diplomatie, aber er sei bereit, notfalls auch Gewalt anzuwenden. Die USA haben bereits ihre Militärpräsenz in der Region verstärkt. Der Westen wirft dem Iran vor, an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Der Iran weist dies zurück, das Land hat jedoch Uran bereits weit über den für die zivile Nutzung notwendigen Grad angereichert.