
Western Texas Intermediate (WTI), die US-Rohöl-Benchmark, wird während der asiatischen Handelsstunden am Mittwoch um 62,30 USD gehandelt. Der WTI-Preis hält sich in einem positiven Bereich angesichts von Unsicherheit und erhöhten Spannungen im Nahen Osten. Händler bereiten sich auf die Veröffentlichung des Berichts des American Petroleum Institute (API) vor, der später am Mittwoch veröffentlicht wird.
Iran kündigte am Mittwoch die vorübergehende teilweise Schließung von Abschnitten der Straße von Hormuz an, um Marineübungen der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) durchzuführen, wie Bloomberg berichtet. Die Straße von Hormuz ist einer der wichtigsten Öltransitknotenpunkte der Welt, etwa ein Drittel aller seegestützten Rohölexporte passieren sie. Bedenken über Unterbrechungen der Rohölversorgung könnten den WTI-Preis kurzfristig anheben.
In der Zwischenzeit erklärte der iranische Außenminister Abbas Araqchi am Dienstag, dass die USA und Iran in den Gesprächen zur Beilegung ihres langjährigen Nukstreits ein Verständnis über die wichtigsten "Leitprinzipien" erzielt hätten, was jedoch nicht bedeutet, dass ein Deal unmittelbar bevorsteht. Araqchi beschrieb die Gespräche mit den USA als ernsthaft und konstruktiv. Händler werden die Entwicklungen rund um die US-Iran-Gespräche genau beobachten. Jegliche Anzeichen einer Entspannung der Spannungen zwischen den beiden Ländern könnten das schwarze Gold untergraben.
Der API-Bericht über die Rohöllagerbestände wird am Mittwoch veröffentlicht. Ein größer als erwarteter Rückgang der Rohöllagerbestände deutet auf eine stärkere Nachfrage hin und könnte den WTI-Preis anheben, während ein größerer Anstieg als geschätzt auf eine schwächere Nachfrage oder ein Überangebot hindeutet, was den WTI-Preis belasten könnte.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.