
Der Preis für West Texas Intermediate (WTI)-Öl sinkt, nachdem er in der vorherigen Sitzung über 1,5 % zugelegt hatte, und wird während der asiatischen Handelsstunden am Dienstag bei etwa 63,50 USD gehandelt. Die Rohölpreise könnten aufgrund von Überangebotsbedenken unter Druck bleiben.
OPEC+ (Organisation der erdölexportierenden Länder und Verbündete) neigt dazu, die Produktionssteigerungen ab April nach einer dreimonatigen Pause wieder aufzunehmen, um sich auf die Spitzen-Nachfrage im Sommer vorzubereiten, so Reuters. Die Handelsaktivität in Asien könnte gedämpft bleiben, da die Märkte in China, Hongkong, Singapur, Taiwan und Südkorea wegen der Feiertage zum Mondneujahr geschlossen sind.
Die Ölpreise könnten jedoch Boden gutmachen, da die Versorgungsrisiken zunehmen, während die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten (USA) und dem Iran vor den erneuten Atomgesprächen in Genf eskalieren. Teheran führte maritime Übungen in der Straße von Hormuz durch, die für etwa 20 % der globalen Öllieferungen verantwortlich ist, nachdem Washington ein zweites Flugzeugträgergeschwader in die Region entsandt hatte.
Der Atomchef des Iran deutete an, dass Teheran sein am stärksten angereichertes Uran im Austausch für eine vollständige Aufhebung der finanziellen Sanktionen verdünnen könnte. In der Zwischenzeit erklärte der US-Präsident Donald Trump, dass er "indirekt" an den Gesprächen in Genf beteiligt sein würde und äußerte Vertrauen, dass Teheran bereit sei, eine Vereinbarung zu erreichen.
Gleichzeitig sollen die von den USA geführten Gespräche zwischen Russland und der Ukraine am Dienstag beginnen, obwohl die Märkte skeptisch gegenüber einem kurzfristigen diplomatischen Durchbruch bleiben.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.