
Der Tages-Chart für Spot-Gold zeigt einen breiten Aufwärtstrend, der über dem 50-Tage exponentiell gleitenden Durchschnitt (EMA) bei 4.637 und dem 200-Tage EMA bei 3.954 liegt, was die langfristige bullische Struktur bestätigt. Nach dem Erreichen eines Allzeithochs von etwa 5.598 am 29. Januar fiel der Preis stark zurück und konsolidiert seitdem in einem Bereich von etwa 4.800 bis 5.100. Die Sitzung am Dienstag eröffnete bei 5.080, bevor sie auf ein Tief von 4.987 fiel, wobei der Preis derzeit bei etwa 5.013 gehandelt wird, was einem Rückgang von 1,31 % im Tagesverlauf entspricht. Die psychologische Marke von 5.000 fungiert als kurzfristige Unterstützung, während die Swing-Hochs um 5.080 bis 5.100 unmittelbaren Widerstand bilden. Der Rückgang vom Allzeithoch stellt etwa ein 38,2%-Fibonacci-Retracement der breiteren Rallye von den Tiefs im Dezember 2025 dar, was darauf hindeutet, dass die Korrektur noch im gesunden Bereich für eine Trendfortsetzung liegt.
Auf den niedrigeren Zeitrahmen hat der Stochastische Oszillator (14, 5, 5) aus dem überkauften Bereich gedreht, mit %K bei 46,58 und %D bei 41,94, was auf nachlassendes kurzfristiges Momentum hinweist und weiteren Abwärtsdruck suggeriert, bevor sich eine potenzielle Basis bildet. Die Kursbewegung am Dienstag zeigte eine bärische Tageskerze mit einem relativ schmalen Körper, was auf Unentschlossenheit nahe der 5.000-Marke hinweist. Die heutigen US-Wirtschaftsdaten lieferten einen bärischen Katalysator für den US-Dollar, da die Einzelhandelsumsätze im Dezember mit 0,0 % flach ausfielen, im Vergleich zu den erwarteten 0,4 %, und der Arbeitskostenindex für das vierte Quartal bei 0,7 % im Vergleich zu einem Konsens von 0,8 % veröffentlicht wurde. Schwächere Daten zu den Konsumausgaben verstärken die Erwartungen an Zinssenkungen der Federal Reserve (Fed) später in diesem Jahr, was strukturell unterstützend für Gold ist. Ein nachhaltiger Halt über 5.000 öffnet die Tür für eine Erholung in Richtung der Widerstandszone von 5.100 bis 5.150, während ein täglicher Schlusskurs unter 5.000 die nächste Unterstützungszone nahe 4.935 bis 4.880 freilegen würde, wo Käufer während der Korrektur Anfang Februar eingestiegen sind.

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.