
Der Goldpreis (XAU/USD) zieht am Dienstag in der frühen asiatischen Sitzung einige Verkäufer in der Nähe von 5.035 USD an. Das Edelmetall fällt leicht, da sich die Risikostimmung verbessert und einige Gewinnmitnahmen stattfinden. Händler bereiten sich auf wichtige US-Wirtschaftsdaten später in dieser Woche vor, einschließlich verspäteter Beschäftigungs- und Inflationsberichte.
Das gelbe Metall zieht sich zurück, nachdem es in den vorherigen zwei Tagen gestiegen ist, da die Händler aufgrund der verbesserten Risikostimmung wieder in Aktien investiert haben. Der S&P 500 setzt die Rallye in die Nähe seiner Allzeithochs fort, nachdem er eine volatile Woche erlebt hat. Darüber hinaus könnten Hoffnungen auf Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten (US) und dem Iran ein traditionelles Asset wie Gold untergraben. Irans Präsident Masoud Pezeshkian bezeichnete die nuklearen Gespräche mit den USA am Freitag als „einen Schritt nach vorne“, auch wenn er sich gegen jegliche Versuche der Einschüchterung wehrte.
Das potenzielle Abwärtspotenzial für Gold könnte aufgrund von Anzeichen starker Nachfrage begrenzt sein. Daten vom Wochenende zeigten, dass die People's Bank of China (PBoC) ihre Goldkäufe im Januar zum 15. Mal in Folge ausgeweitet hat. Die Goldbestände der chinesischen Zentralbank stiegen bis Ende Januar auf 74,19 Millionen Feinunzen, nach 74,15 Millionen im Vormonat.
Alle Augen werden am Mittwoch auf die US-Jobsdaten für Januar gerichtet sein, da sie mehr Klarheit über die geldpolitische Richtung der US-Notenbank (Fed) bieten könnten. Es wird erwartet, dass die US-Wirtschaft im Januar 70.000 neue Arbeitsplätze schafft, während die Arbeitslosenquote voraussichtlich bei 4,4% bleibt. Am Freitag werden die US-Verbraucherpreisindex (CPI)-Inflationsdaten im Fokus stehen. Jegliche Anzeichen einer Schwächung des US-Arbeitsmarktes oder einer nachlassenden Inflation könnten den US-Dollar (USD) nach unten ziehen und den Preis des auf USD lautenden Rohstoffs kurzfristig unterstützen.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.