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Kubas Präsident kündigt Notfallplan für Energieversorgung an

ReutersFeb 5, 2026 8:22 PM

- Angesichts des wachsenden Drucks der USA will Kubas Präsident Miguel Diaz-Canel in der kommenden Woche einen Plan zur Bewältigung der akuten Treibstoffknappheit vorstellen. Die Regierung werde Maßnahmen ergreifen, die zwar nicht dauerhaft seien, aber Anstrengungen erforderten, sagte Diaz-Canel am Donnerstag in einer Fernsehansprache. Die US-Blockade beeinträchtige den öffentlichen Verkehr, Krankenhäuser, Schulen und die Wirtschaft massiv. "Wie sollen wir unsere Felder bestellen? Wie sollen wir uns fortbewegen? Wie sollen wir unsere Kinder ohne Treibstoff in den Unterricht schicken?", fragte der Präsident. "Es gibt Vorhaben, die wir einstellen oder verschieben müssen, um in wesentlichen Bereichen funktionsfähig zu bleiben."

Teil der Strategie sei der verstärkte Ausbau der Solarenergie, um die Stromversorgung für lebenswichtige Einrichtungen wie Kliniken und Altenheime sowie für abgelegene Regionen zu sichern, sagte Diaz-Canel. Kuba erzeuge bereits rund 1000 Megawatt oder 38 Prozent seines tagsüber benötigten Stroms aus Solaranlagen, die in den vergangenen zwei Jahren mit chinesischer Unterstützung installiert worden seien, erklärte Diaz-Canel. Zudem bekräftigte er die Bereitschaft zu Gesprächen mit den USA. Bedingung sei jedoch, dass sich die Regierung in Washington nicht in die inneren Angelegenheiten Kubas einmische oder dessen Souveränität untergrabe. Man werde weiterhin alle notwendigen Schritte unternehmen, um wieder Treibstoffimporte über den Seeweg zu ermöglichen.

US-Präsident Donald Trump hatte den Inselstaat gewarnt, dass dieser künftig kein Öl mehr aus Venezuela erhalten werde. Nach der Gefangennahme von Präsident Nicolas Maduro durch US-Einheiten soll venezolanisches Öl nach dem Willen Trumps in die USA fließen. Für Kuba ist der Wegfall des wichtigsten Lieferanten bedrohlich: Der Internationalen Energieagentur (IEA) zufolge beruhte die Stromversorgung des Landes im Jahr 2023 zu 83 Prozent auf Öl und zu knapp 13 Prozent auf Erdgas. Wegen der schweren Wirtschaftskrise und der maroden Infrastruktur kommt es auf der Karibikinsel regelmäßig zu längeren Stromausfällen. Zuletzt sorgte ein Defekt an einem Umspannwerk für einen Zusammenbruch der Versorgung in fünf Provinzen.

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