
Moskau, 05. Feb (Reuters) - Russland will nach dem Auslaufen des letzten großen atomaren Abrüstungsvertrages mit den USA einen verantwortungsvollen Ansatz verfolgen. Der "New Start"-Vertrag laufe an diesem Donnerstag aus, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow in Moskau zu Journalisten. "Wir sehen das negativ und bedauern es."
Russland habe vorgeschlagen, die Bedingungen des Abkommens freiwillig um ein Jahr zu verlängern, um Zeit für die Aushandlung eines Nachfolgevertrags zu haben, ergänzte Peskow. Auf diesen Vorschlag hätten die USA jedoch nie formell geantwortet. Das Thema sei auch bei einem Telefonat zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping diese Woche zur Sprache gekommen. "Was als Nächstes geschieht, hängt davon ab, wie sich die Ereignisse entwickeln." In jedem Fall werde sich die Russische Föderation in erster Linie von ihren nationalen Interessen leiten lassen.
Der "New Start"-Vertrag begrenzte die Zahl der strategischen Atomsprengköpfe sowie die der Raketen und Startvorrichtungen auf beiden Seiten. Das Abkommen läuft nach mehr als einem halben Jahrhundert aus. Putin hatte die Umsetzung durch Russland jedoch 2023 wegen der US-Unterstützung für die Ukraine ausgesetzt.
US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt gefordert, China in künftige Rüstungskontrollabkommen einzubeziehen. Das Weiße Haus teilte in dieser Woche mit, Trump werde über das weitere Vorgehen zu einem von ihm gewählten Zeitpunkt entscheiden. Experten befürchten, dass das Ende von "New Start" einen neuen Rüstungswettlauf auslösen könnte, der auch durch die nukleare Aufrüstung Chinas befeuert wird.