
- von Clare Jim und Kane Wu und Scott Murdoch
HONGKONG, 04. Feb (Reuters) - Das Hongkonger Unternehmen CK Hutchison 0001.HK teilte am Mittwoch mit, dass seine Einheit Panama Ports Company (link) ein internationales Schiedsverfahren gegen Panama eingeleitet hat, nachdem ein dortiges Gericht seine Lizenzen für den Betrieb von zwei Häfen am Panamakanal für ungültig erklärt hatte.
Der Oberste Gerichtshof Panamas hat letzte Woche (link) den Vertrag von CK Hutchison über den Betrieb von zwei Häfen am Panamakanal annulliert, die das Herzstück eines 23-Milliarden-Dollar-Geschäfts zum Verkauf der weltweiten Hafenanlagen des Hongkonger Konglomerats bilden.
Der Vertrag der Panama Ports Company (PPC), einer Tochtergesellschaft von CK Hutchison, verstoße gegen die Verfassung von (link) Panama, da er dem Unternehmen exklusive Privilegien und Steuerbefreiungen einräume, so das Gericht.
Es ist unklar, wie lange das Schiedsverfahren dauern könnte, obwohl es sich angesichts der politischen Empfindlichkeiten und der Komplexität des Geschäfts über Jahre hinziehen könnte, so einige Analysten.
WAS WIR WISSEN:
CK Hutchison, das vom reichsten Mann Hongkongs, Li Ka-shing, kontrolliert wird, kündigte im März 2025 den Verkauf von 43 Häfen in 23 Ländern, darunter zwei in der Nähe des Panamakanals, an eine Gruppe unter der Führung von BlackRock BLK.N und der familiengeführten italienischen Reederei MSC von Gianluigi Aponte an.
Nachdem Peking das Geschäft kritisiert hatte, erklärte das Konglomerat im Juli, es führe Gespräche, um einen chinesischen "strategischen Großinvestor" in das Konsortium aufzunehmen.
Insider zufolge wird gehandelt es sich bei dem chinesischen Investor um COSCO 1199.HK, der eine große Beteiligung anstrebte, während die anderen einen Minderheitsanteil anstrebten - eine Position, die zu einem Knackpunkt in den Gesprächen wurde.
COSCO reagierte nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.
Die Aktien von CK Hutchison sind seit dem Gerichtsurteil um mehr als 8 Prozent gefallen, obwohl sie immer noch auf dem höchsten Stand seit Juni 2021 notieren. Seit der Ankündigung des Verkaufs sind sie um fast 60 Prozent gestiegen, da die Anleger davon ausgingen, dass der Verkauf dem Unternehmen mehr als 19 Milliarden USD in bar einbringen würde.
SPANNUNGEN ZWISCHEN CHINA UND DEN USA
Das Geschäft eröffnete eine neue Front im Streit zwischen den Vereinigten Staaten und China, die um die Kontrolle über die wichtigsten Handelsrouten der Welt ringen.
Die Häfen Balboa und Cristobal von CK Hutchison gelten als strategisch wichtig für den Panamakanal, die wichtigste Seehandelsroute in die Vereinigten Staaten. Balboa liegt am pazifischen Eingang des Kanals, Cristobal am atlantischen Eingang.
Mehr als 40 Prozent des US-Containerverkehrs im Bewertung von rund 270 Milliarden USD pro Jahr werden durch den Kanal befördert, was ihn für die Lieferketten der USA von entscheidender Bedeutung macht.
Präsident Donald Trump feierte zunächst den geplanten Verkauf von CK Hutchison an BlackRock und MSC und erklärte, er wolle die Kontrolle über die strategische Wasserstraße zurückgewinnen.
Amerikanische Gesetzgeber hatten zuvor erklärt, dass die Kontrolle der Häfen durch CK Hutchison ein Sicherheitsrisiko für den Betrieb des Kanals darstelle.
Die Gerichtsentscheidung wurde von den US-Behörden begrüßt, und John Moolenaar, Vorsitzender des Sonderausschusses des US-Repräsentantenhauses für China, bezeichnete sie als einen "Sieg für Amerika".
Als deutliches Zeichen für Chinas Unbehagen warnte Peking am 3. Februar (link) Panama, dass es "hohe Preise" zu zahlen habe, nachdem das Gerichtsurteil den Vertrag von CK Hutchison annulliert hatte.
Die Regierung von Hongkong erklärte, sie lehne es entschieden ab, dass eine ausländische Regierung "Zwangsmittel" einsetzt, um den Geschäftsinteressen des Territoriums zu schaden.
WAS AUF DEM SPIEL STEHT UND WIE ES WEITERGEHT:
Die beiden Häfen machen zwar nur 5 Prozent des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITA) von Hutchison Port Holdings aus, sind aber von großer strategischer Bedeutung.
Es ist unklar, wie sich der Verlust der Häfen auf das globale Hafengeschäft von CK Hutchison auswirken wird, aber einige Analysten, darunter JPMorgan und Citigroup, sagten, dass es für die Parteien einfacher wäre, sich auf Bedingungen zu einigen, wenn Panama nicht mehr im Spiel wäre.
Alle Parteien befinden sich noch in Gesprächen über den Verkauf der Häfen von CK Hutchison, sagte eine Person mit direkter Kenntnis der Transaktion, die anonym bleiben wollte.
Neben den Häfen in Panama stehen auch Häfen in Rotterdam in den Niederlanden, Barcelona in Spanien, Mexiko und auf den Bahamas zum Verkauf.
Die Häfen von CK Hutchison in China sind zwar wichtig, aber nicht Teil des Verkaufs.
Eine Option in den jüngsten Gesprächen ist, dass die Parteien eine Aufteilung des Portfolios in Erwägung ziehen und die drei Bieter Anteile an verschiedenen Häfen halten, sagte eine andere Insider mit Kenntnis der Angelegenheit.
CK Hutchison, MSC und BlackRock reagierten nicht auf Bitten um Stellungnahme.
Insider haben gesagt, dass es mindestens zwei Jahre dauern könnte, um alle regulatorischen Hürden angesichts der Herausforderungen zu überwinden, wie z.B. die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden in fast 50 Ländern.