
Der Goldpreis (XAU/USD) steigt am Montag in der frühen asiatischen Sitzung auf ein neues Rekordhoch nahe 5.045 USD. Das Edelmetall setzt seinen Aufwärtstrend angesichts geopolitischer Risiken und Bedenken über die US-Notenbank (Fed) fort.
Die ersten dreiseitigen Friedensgespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA wurden in Abu Dhabi ohne erkennbare Durchbrüche abgeschlossen, während die Kämpfe andauern, so die BBC. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schlug ein zweites Treffen bereits für nächste Woche vor, während ein US-Beamter mitteilte, dass eine neue Runde am 1. Februar beginnen wird.
Der anhaltende Konflikt zwischen Russland und der Ukraine sowie militärische Interventionen in Venezuela und Drohungen zur Annexion Grönlands haben traditionelle sichere Anlagen wie Gold gestärkt.
Händler warten auf die Nominierung von US-Präsident Donald Trump für den nächsten Fed-Vorsitzenden, nachdem Trump erklärt hat, dass er die Interviews mit den Kandidaten abgeschlossen hat. Ein dovisher Vorsitzender würde die Wetten auf weitere Zinssenkungen in diesem Jahr erhöhen, was den Goldpreis stützen könnte. Niedrigere Zinssätze könnten die Opportunitätskosten des Haltens von Gold verringern und das unverzinsliche Edelmetall unterstützen.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.