
Der Goldpreis (XAU/USD) steigt in der frühen asiatischen Sitzung am Montag auf ein neues Allzeithoch nahe 4.555 USD. Das Edelmetall setzt seinen Aufwärtstrend aufgrund der Nachfrage nach sicheren Anlagen und der Erwartungen an eine Zinssenkung in den USA fort. Händler werden sich später am Dienstag von der Veröffentlichung der US-Verbraucherpreisindex (VPI)-Inflationsdaten inspirieren lassen.
CNN berichtete am Sonntag, dass US-Präsident Donald Trump eine Reihe potenzieller militärischer Optionen im Iran abwägt, nachdem es im Land zu tödlichen Protesten gekommen ist. Die Quellen sagten, Trump ziehe in Betracht, seine jüngsten Drohungen wahrzumachen, das iranische Regime anzugreifen, sollte es tödliche Gewalt gegen Zivilisten anwenden.
Darüber hinaus diskutieren das Vereinigte Königreich (UK) und Deutschland Pläne zur Erhöhung ihrer militärischen Präsenz in Grönland, um Trump zu zeigen, dass der Kontinent die Arktissicherheit ernst nimmt. Diese Maßnahme folgte auf die Festnahme des ehemaligen Präsidenten Nicolas Maduro durch US-Truppen in der vergangenen Woche. Unsicherheit und geopolitische Risiken weltweit haben ein traditionelles sicheres Anlagegut wie Gold gestärkt.
Ein gemischter US-Arbeitsmarktbericht trug zu den Erwartungen an Zinssenkungen der US-Notenbank (Fed) bei, was dem gelben Metall etwas Unterstützung bietet. Niedrigere Zinssätze könnten die Opportunitätskosten des Haltens von Gold verringern und das unverzinsliche Edelmetall unterstützen.
Die US Nonfarm Payrolls (NFP) stiegen im Dezember um 50.000, wie das US Bureau of Labor Statistics (BLS) am Freitag mitteilte. Dieser Wert folgte auf 56.000 im November (revidiert von 64.000) und lag unter dem Marktkonsens von 60.000. Die Arbeitslosenquote fiel im Dezember auf 4,4% von 4,6% im November.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.