
04. Jan (Reuters) - Die USA haben Venezuela angegriffen und den langjährigen Präsidenten des ölreichen südamerikanischen Staates, Nicolas Maduro, nach New York in ein Gefängnis überstellt. Es folgen wichtige Entwicklungen im Ticker:
17.08 Uhr - Bei dem US-Militäreinsatz in der Nacht zum Samstag ist nach Angaben des venezolanischen Verteidigungsministers Vladimir Padrino ein großer Teil des Sicherheitsteams von Präsident Nicolas Maduro getötet worden. Die Streitkräfte des Landes seien landesweit aktiviert worden, um die Souveränität zu garantieren, erklärt Padrino weiter in einem TV-Statement. Padrino stellt sich zudem hinter Vizepräsidentin Delcy Rodriguez als Übergangspräsidentin.
16.18 Uhr - Der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, hat das Vorgehen von US-Präsident Donald Trump in Venezuela als rechtswidrig, aber konsequent bezeichnet. "Es muss anerkannt werden, dass trotz der offensichtlichen Rechtswidrigkeit von Trumps Verhalten eine gewisse Konsequenz in seinen Handlungen nicht zu leugnen ist. Er und sein Team verteidigen die nationalen Interessen ihres Landes recht hart", sagt Medwedew der Nachrichtenagentur Tass. Trump scheine die Kontrolle über die Ölvorräte Venezuelas anzustreben. "Die Hauptmotivation von Uncle Sam war schon immer einfach - die Rohstoffe anderer Leute." Wären solche Maßnahmen gegen ein stärkeres Land ergriffen worden, würden sie als kriegerischer Akt betrachtet werden.
15.10 Uhr - Venezuelas staatlicher Ölkonzern PDVSA hat angesichts einer Exportblockade der USA einige seiner Joint-Venture-Partner angewiesen, die Ölförderung zu drosseln. Dazu sollen Ölfelder oder Bohrloch-Cluster stillgelegt werden, sagen drei mit der Entscheidung vertraute Personen. Grund dafür seien wachsende Lagerbestände an Land und ein Mangel an Verdünnungsmitteln, die zur Aufbereitung des schweren venezolanischen Rohöls benötigt werden.
12.30 Uhr - Papst Leo hat sich besorgt über die Entwicklung in Venezuela geäußert. Er verfolge die Lage nach dem Sturz von Präsident Nicolas Maduro durch die USA mit großer Sorge, sagt das katholische Kirchenoberhaupt am Sonntag. Der erste Papst aus den USA ruft dazu auf, die Unabhängigkeit Venezuelas zu wahren und die Menschenrechte zu achten.
11.55 Uhr - "Die Ereignisse in Venezuela sind sehr bedenklich", erklärt Lars Klingbeil als SPD-Parteivorsitzender. "Der venezolanische Machthaber Maduro hat ein autoritäres Regime angeführt, das sich mit Gewalt und Unterdrückung an die Macht geklammert hat. Allerdings kann dies keine Rechtfertigung dafür sein, internationales Recht zu missachten." Das Völkerrecht sei zu achten. "Das gilt auch für das Handeln der USA." Jetzt müsse es darum gehen, "jegliche weitere Eskalation zu verhindern und den Pfad zu einem friedlichen Übergang zur Demokratie in Venezuela zu finden, damit die venezolanische Bevölkerung über ihre Zukunft selbst entscheiden kann", erklärt Klingbeil, der auch Finanzminister und Vizekanzler ist.
07.12 Uhr - China fordert die USA auf, Maduro und dessen Frau umgehend freizulassen. Die Lage in Venezuela solle durch Dialog und Verhandlungen gelöst werden, erklärt das Außenministerium in Peking. Es verurteilt die Gefangennahme des Ehepaars als Verstoß gegen das Völkerrecht und fordert die USA dazu auf, die persönliche Sicherheit von Maduro und seiner Frau zu gewährleisten.
04.47 Uhr - Die Beschränkungen für den Luftraum über der Karibik laufen US-Verkehrsminister Sean Duffy zufolge um Mitternacht US-Ostküstenzeit (05.00 Uhr GMT) aus. Der Flugverkehr könne dann wieder aufgenommen werden, schreibt Duffy auf der Online-Plattform X. Die Fluggesellschaften seien informiert und würden ihre Flugpläne zügig aktualisieren.
03.08 Uhr - Die Verfassungskammer des Obersten Gerichtshofs von Venezuela ernennt Vizepräsidentin Delcy Rodríguez zur Interimspräsidentin. Die Entscheidung ist eine Reaktion auf die Gefangennahme von Präsident Nicolas Maduro durch die USA.
02.42 Uhr - Der venezolanische Außenminister Yvan Gil wirft den USA vor, mit ihrem Angriff den Frieden in Lateinamerika gestört zu haben. "Der Frieden in Lateinamerika wurde durch diese Aktion gestört", sagt Gil am Sonntag der russischen staatlichen Nachrichtenagentur RIA. Die Äußerung ist eine Reaktion auf die Bekanntgabe von US-Präsident Donald Trump, wonach der venezolanische Präsident Nicolas Maduro gefangen genommen wurde.
01.42 Uhr - Führende US-Demokraten werfen der Regierung von Präsident Donald Trump schwere Täuschung bei den Plänen für den Militäreinsatz in Venezuela vor. Man habe ihn und andere "völlig im Dunkeln gelassen", sagt der Anführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer. Ihm sei zuvor in geheimen Unterrichtungen versichert worden, dass kein Militäreinsatz geplant sei. Trump erklärt, er habe den Kongress aus Sorge vor undichten Stellen nicht vollständig informiert.
00.28 Uhr - Peru will die sofortige Rückkehr von Venezolanern ermöglichen. Dies gelte unabhängig von deren Einwanderungsstatus, teilt Präsident Jose Jeri auf der Plattform X mit. In Nachbarländern wie Ecuador feiern unterdessen Exil-Venezolaner die Entwicklung. Eine Demonstrantin in Quito spricht von einer "ungeheuren Freude".