Speicherpreise könnten Mitte 2027 ihren Höchststand erreichen? Acer-Chairman Jason Chen: Samsung, SK Hynix, Micron fordern Preiserhöhungen nur zur Preiskontrolle
Acer-Verwaltungsratschef Jason Chen bezweifelt anhaltende Speicherpreissteigerungen bis 2027 und wertet Prognosen führender Hersteller als kartellrechtskonforme Marktsignale zur Margensicherung. Dank massiver Kapazitäten chinesischer Wettbewerber und steigenden Angebots an DDR4- und DDR5-Komponenten sieht er kein echtes Versorgungsengpassproblem. Die Komponentenpreise dürften nach volatilen Schwankungen etwa Mitte 2027 ihren Höhepunkt erreichen und sich danach stabilisieren. Chen warnt jedoch, dass kettenreaktionsartige Preissteigerungen entlang der Lieferkette die Inflation anheizen und geldpolitische Straffungen erzwingen könnten.

TradingKey – Während die Speicherpreise weiter steigen, verstärken sich am Markt die Sorgen vor Lieferengpässen. Jason Chen, Verwaltungsratschef des PC- und IT-Hardware-Riesen Acer, legte eine völlig konträre Einschätzung zum aktuellen Preissteigerungsnarrativ auf dem Speichermarkt vor. Er erklärte offen, dass die wiederholten Behauptungen der drei führenden Speicheranbieter – Samsung, SK Hynix (SKHY) und Micron Technology (MU) –, wonach „die Preiserhöhungen bis 2027 anhalten werden“, nicht den Tatsachen entsprächen. Vielmehr handle es sich um eine Form der gegenseitigen Signalgebung über öffentliche Erklärungen unter den Bedingungen des Kartellrechts, das Herstellern direkte Preisabsprachen untersagt. „Jeder, der diesen Zyklus schon einmal durchgemacht hat, wird verstehen, dass dies in Wirklichkeit eine Signalgebung ist.“
Chen erläuterte, dass die drei führenden Speicheranbieter naturgemäß hohe Bruttomargen aufrechterhalten wollen, „um diese so lange wie möglich im Bereich von 80 % zu halten“. Aus diesem Grund behaupteten sie immer wieder öffentlich, dass „die Preise vor einem bestimmten Jahr nicht fallen werden“, und wiederholten dies gebetsmühlenartig. Hersteller aus Festlandchina verfolgten jedoch eine völlig andere Strategie: Mit gewaltigen Produktionskapazitäten und einer aggressiveren Preisgestaltung seien sie klassische „Preisbrecher“, deren Ziel es sei, erhebliche Kapazitäten aufzubauen. Aus seiner Sicht bestehe daher keine Grundlage mehr für einen anhaltenden, einseitigen Aufwärtstrend der Preise.
Ebenso widersprach er der Auffassung, dass „die Nachfrage das Angebot übersteigt“. „Wie könnte es einen dauerhaften Engpass geben? In Festlandchina gehen kontinuierlich neue Kapazitäten ans Netz, daher gibt es kein Engpassproblem.“ Er berichtete, dass Lieferungen chinesischer Festland-Speicherhersteller inzwischen auch auf Marken außerhalb Festlandchinas ausgeweitet werden und sich einige Anbieter bereits Liefermengen gesichert haben. Zudem wies er auf das Preismuster bei Komponenten hin: Komponenten stiegen in der Regel als Erste und fielen als Erste; diejenigen, die derzeit Lagerbestände halten, seien die Ersten, die den Markt hochreden und einem fortwährend erzählen, dass „die Preise steigen, steigen und immer weiter steigen werden“.
Was einzelne Produktsegmente betrifft, rechnet er mit einem steigenden Angebot an Speicherkomponenten wie DDR4 und DDR5 ohne Risiko von Engpässen, während Produkte wie DDR5X relativ knapp bleiben, aber eine insgesamt geringere Nachfrage aufweisen. Die Gesamtspeicherbestände von Acer liegen weiterhin auf einem hohen Niveau, während bei Prozessoren überhaupt kein Mangel herrscht. Die aktuellen Vertragspreise beschrieb er als auf hohem Niveau schwankend und stellte fest, dass „die Preise etwas chaotisch schwanken, wobei die einen hoch und die anderen niedrig anbieten“. Selbst Apple habe Kompromisse gemacht und die Vertragspreiserhöhungen von Samsung akzeptiert – aus seiner Sicht können Hersteller einander nur über öffentliche Erklärungen Signale geben, was Branchenkenner natürlich verstehen.
Was die Preisentwicklung betrifft, rechnet Chen damit, dass im ersten Quartal 2027 noch Spielraum für Preiserhöhungen bestehen könnte. Der Markt befinde sich derzeit jedoch in einer Phase der Preisverwirrung, in der sich die Preisanstiege allmählich abschwächen. Ausgehend vom Zeitplan für den Hochlauf neuer Halbleiterkapazitäten vermutet er, dass die Komponentenpreise etwa Mitte 2027 ihren Höhepunkt erreichen, in eine Stabilisierungsphase übergehen und erst dann die Möglichkeit bieten könnten zu beobachten, ob sie in der zweiten Jahreshälfte nach unten korrigieren. „Allerdings weiß niemand, wann der Wendepunkt kommen wird“, räumte er ein und fügte hinzu, dass ein Rückgang der PC-Endverbraucherpreise derzeit bloß eine „Hoffnung“ sei.
Er kritisierte ferner die Komponentenlieferanten dafür, Preiserhöhungen zu einem Trend gemacht zu haben, während eine Flut von Lieferanten vorspreche, um Preiserhöhungen über eine Kette von Bauteilen hinweg anzukündigen – von Leiterplatten und Glasfasergewebe bis hin zu Speicherchips. Er schlussfolgerte, dass solche kettenreaktionsartigen Preiserhöhungen letztlich die Inflation nach oben treiben und die Zentralbanken zu Zinserhöhungen zwingen werden, und fügte hinzu: „Das ist keineswegs ein normales Phänomen.“
Dieser Inhalt wurde KI-übersetzt und von Menschen überprüft. Er dient nur zu Referenz- und Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar.
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