USD/CNH gewinnt nach moderaten Verlusten in der vorherigen Sitzung an Boden und notiert während der asiatischen Handelszeiten am Dienstag um 6,8800. Das Paar wertet auf, da der US-Dollar (USD) aufgrund der gestiegenen Nachfrage nach sicheren Häfen vor weiteren Entwicklungen zur Iran-Frist durch US-Präsident Donald Trump zur Öffnung der Straße von Hormus Gewinne hält.
Präsident Trump warnte, dass er iranische Kraftwerke und Brücken ins Visier nehmen könnte, falls seine Forderungen bis 20:00 Uhr Eastern Time nicht erfüllt werden. Trump sagte am Montag, dass der jüngste Vorschlag für einen US-Waffenstillstand mit Iran "nicht gut genug" sei vor seiner Frist für Iran, die Straße von Hormus wieder zu öffnen. "Es ist nicht gut genug, aber ein sehr bedeutender Schritt", sagte Trump und fügte hinzu: "Sie verhandeln jetzt und haben einen sehr bedeutenden Schritt gemacht. Wir werden sehen, was passiert."
Der Greenback erhält Unterstützung, da der Iran-Krieg die Energiepreise in die Höhe treibt, was die Befürchtungen einer Wiederbelebung der Inflation verstärkt und die US-Notenbank (Fed) zu einer hawkischeren Haltung zwingt. Händler preisen eine Verzögerung der Zinssenkungen der Fed ein und könnten die Kreditkosten später in diesem Jahr sogar anheben, wenn der Inflationsdruck anhält. Die Marktteilnehmer blicken nun auf die neuesten Protokolle des Offenmarktausschusses (FOMC), um klarere Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der Zentralbank zu erhalten.
Die chinesische Zentralbank (People's Bank of China, PBOC) legte den Referenzkurs für USD/CNY am Dienstag bei 6,8854 fest, über der Schätzung von 6,8773, was dem Yuan erlaubt, innerhalb einer Bandbreite von +/-2 % um den Mittelkurs zu handeln.
Unterdessen verlagert sich der Fokus der Händler auf die Inflationsdaten am Freitag, wobei erwartet wird, dass die Verbraucherpreise leicht nachgeben, während die Erzeugerpreise voraussichtlich ihren ersten jährlichen Anstieg seit 2022 verzeichnen werden.
Die Begriffe „Risk-on“ und „Risk-off“ beschreiben die Risikobereitschaft der Anleger. In einer „Risk-on“-Phase sind Investoren bereit, in risikoreichere Anlagen zu investieren, während sie in einer „Risk-off“-Phase sicherere Anlagen bevorzugen.
In „Risk-on“-Phasen steigen die Aktienmärkte, und auch Rohstoffe – abgesehen von Gold – gewinnen an Wert, da sie von einem positiven Wachstumsausblick profitieren. Währungen von rohstoffexportierenden Ländern sowie Kryptowährungen legen zu. In „Risk-off“-Zeiten gewinnen Staatsanleihen an Wert, Gold steigt, und sichere Währungen wie der Japanische Yen, der Schweizer Franken und der US-Dollar werden bevorzugt.
Währungen von rohstoffreichen Ländern wie Australien, Kanada und Neuseeland profitieren in Phasen der Risikobereitschaft („Risk-on“), da Rohstoffe in Zeiten wirtschaftlicher Expansion tendenziell im Preis steigen.
Die Währungen, die in Phasen von „Risk-off“-Stimmungen typischerweise an Wert gewinnen, sind der US-Dollar (USD), der japanische Yen (JPY) und der Schweizer Franken (CHF). Der US-Dollar profitiert in Krisenzeiten von seiner Rolle als Weltreservewährung, da Investoren vermehrt US-Staatsanleihen kaufen, die als besonders sicher gelten. Dies liegt daran, dass es als unwahrscheinlich angesehen wird, dass die größte Volkswirtschaft der Welt zahlungsunfähig wird. Der Yen verzeichnet durch die hohe Nachfrage nach japanischen Staatsanleihen Zuwächse, da ein Großteil dieser Anleihen von inländischen Investoren gehalten wird, die selbst in Krisenzeiten kaum Verkaufsdruck erzeugen. Der Schweizer Franken wird aufgrund strenger Bankgesetze, die den Kapitalschutz verbessern, als sicherer Hafen betrachtet.