Commerzbank-Experte Michael Pfister erwartet, dass die Bank of Canada die Zinsen unverändert lässt und damit dem Konsens der von Bloomberg befragten Ökonomen folgt. Zugleich argumentiert er, dass die kanadische Notenbank zu den wenigen Zentralbanken der G10 zählen könnte, die 2026 noch Spielraum für eine Zinserhöhung haben. Hintergrund seien leicht expansive Realzinsen sowie Hoffnungen auf eine stärkere wirtschaftliche Dynamik in der zweiten Jahreshälfte. Eine Betonung von Inflationsrisiken nach oben könnte zudem den Kanadischer Dollar stützen.
„Die Bank of Canada wird heute Nachmittag europäischer Zeit den Anfang machen, wobei alle von Bloomberg befragten Ökonomen mit einem unveränderten Leitzins rechnen.“
„Wie wir jedoch bereits am Montag an dieser Stelle erörtert haben, gehört die Bank of Canada wahrscheinlich zu den wenigen Zentralbanken der G10, die die Zinsen in diesem Jahr tatsächlich noch anheben könnten.“
„Der reale Zinssatz dürfte sich leicht im expansiven Bereich bewegen, während es zugleich berechtigte Hoffnungen gibt, dass die Realwirtschaft in der zweiten Jahreshälfte an Fahrt gewinnt.“
„Sollten die Währungshüter heute die Bedeutung von Inflationsrisiken nach oben betonen, könnten die Diskussionen wieder an Dynamik gewinnen – und der Kanadischer Dollar könnte davon profitieren.“
„Die Inflationsdaten vom Montag haben jedoch auch deutlich gemacht, dass eine Zinserhöhung keineswegs ausgemacht ist; die Gesamtinflationsrate fiel sogar um 0,1 Prozentpunkte stärker als erwartet.“