Der Leiter der Makrostrategie für die Märkte bei der Bank of New York Mellon, Bob Savage, sieht eine deutliche Diskrepanz zwischen Termin- und Kassakursen des chinesischen Yuan (CNY). Dies deute darauf hin, dass Absicherungsgeschäfte aufgelöst würden, während gleichzeitig Kapital aus dem Land abfließe. Zwar habe sich der Yuan zuletzt besser entwickelt als viele andere Währungen, dennoch zweifelt die Bank daran, dass er als sicherer Hafen gelten kann. Kassamarktflüsse deuteten auf erhebliche Abflüsse hin, die mit Kapitalrückführungen ins Ausland zusammenhingen. Vertreter der People’s Bank of China betonten erneut, dass eine Abwertung nicht zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit eingesetzt werden solle und der Renminbi insgesamt stabil gehalten werden solle.
„Der Yuan hat sich deutlich besser entwickelt als vergleichbare Währungen. Dennoch fällt es uns schwer, ein überzeugendes Argument dafür zu sehen, wie die Währung als sicherer Hafen dienen kann.“
„In den vergangenen zwei Tagen kam es zu sehr großen Kapitalabflüssen, was mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Rückführungen von Vermögenswerten ins Ausland oder sogar auf direkte Devisentransaktionen als Reaktion auf die aktuellen Entwicklungen zurückzuführen ist.“
„Unsere Daten zu den Kapitalströmen zeichnen jedoch ein anderes Bild. In den drei Sitzungen seit Beginn des Konflikts wurden die größten Yuan-Termin- und Swap-Transaktionen des laufenden Jahres verzeichnet, nachdem sich bereits zuvor ähnlich starke Bewegungen abgezeichnet hatten.“
„Der Gouverneur der chinesischen Notenbank, Pan Gongsheng, erklärte heute, dass Peking weder die Notwendigkeit habe noch beabsichtige, eine Währungsabwertung zur Verbesserung der Handelswettbewerbsfähigkeit einzusetzen. Damit bekräftigte er, dass der Renminbi nicht als politisches Instrument in Handelskonflikten genutzt werden soll.“