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Barr (Fed) - Weitere Zinssenkung wohl erst in fernerer Zukunft

ReutersFeb 17, 2026 7:58 PM

- US-Notenbankgouverneur Michael Barr hat die Erwartungen an eine baldige weitere Zinssenkung in den USA gedämpft. Angesichts der anhaltenden Risiken für die Inflation werde ein solcher Schritt wohl erst in fernerer Zukunft erfolgen können, sagte Barr am Dienstag in New York. "Auf der Grundlage der aktuellen Bedingungen und der vorliegenden Daten wird es wahrscheinlich angemessen sein, die Zinsen für einige Zeit stabil zu halten", sagte er vor der New York Association for Business Economics.

Barr betonte, die Geldpolitik müsse sich die nötige Zeit nehmen, um die Entwicklung der Wirtschaftslage genau zu prüfen. Er wolle Beweise sehen, dass die Inflation bei Waren nachhaltig zurückgehe, bevor er eine Senkung des Leitzinses in Erwägung ziehe. Voraussetzung sei zudem, dass der Arbeitsmarkt stabil bleibe. Barr bezeichnete das Risiko einer hartnäckigen Inflation oberhalb des Ziels der Federal Reserve (Fed) von zwei Prozent als "signifikant". Dies erfordere weiterhin Wachsamkeit.

Für Preisdruck in den USA sorgt Beobachtern zufolge auch die Handelspolitik von Präsident Donald Trump. Dessen Zölle haben den zuvor verzeichneten Rückgang der Teuerungsrate gebremst. Im vergangenen Jahr hatte die Fed den Leitzins um 0,75 Prozentpunkte auf die Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent gesenkt. Damit wollte sie den schwächelnden Arbeitsmarkt stützen, ohne den Kampf gegen die Inflation aufzugeben. Zuletzt hatten die Währungshüter den Zins jedoch unverändert gelassen. Trump hat indes weitere Senkungen gefordert.

Barr äußerte sich auch zum Thema Künstliche Intelligenz (KI). Er erwarte zwar, dass KI langfristig die Produktivität und den Lebensstandard steigern werde. Der KI-Boom werde aber wohl kein Grund für Zinssenkungen sein. Zudem geschähen die massiven Investitionen in den Sektor "völlig unbeeindruckt" von der Höhe der kurzfristigen Kreditzinsen. Die Investitionen seien sowohl bei steigenden als auch bei fallenden Zinsen in die Höhe geschnellt. Zum Arbeitsmarkt sagte Barr, dieser habe sich stabilisiert. Es gebe aber ein fragiles Gleichgewicht und der Markt könne anfällig für negative Schocks sein.

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