
Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) wird am Dienstag um 10:00 GMT seinen deutschen Wirtschafts-Stimmungsindex und den Index zur aktuellen Lage für Februar veröffentlichen.
Der ZEW-Umfrage – Wirtschafts-Stimmungsindex für Deutschland wird im Februar voraussichtlich auf 65,0 steigen, nach 59,6 im Januar. Der Sub-Index zur aktuellen Lage wird im Berichtsmonat voraussichtlich auf -65,7 ansteigen, nach dem vorherigen Wert von -72,7.
Der ZEW-Umfrage – Wirtschafts-Stimmung in der Eurozone wird voraussichtlich auf 45,2 im Februar steigen, nach zuvor 40,8.
Das Paar EUR/USD könnte gedämpft bleiben, wenn die Daten der deutschen ZEW-Umfrage die Prognosen erfüllen, da die früheren Verbraucherpreisindex (CPI) und harmonisierten Verbraucherpreisindex (HICP) Zahlen für Januar wenig Unterstützung für den Euro (EUR) boten. Der Euro könnte jedoch Unterstützung gewinnen, da die Europäische Zentralbank (EZB) angekündigt hat, den globalen Zugang zum EUR-Liquiditäts-Backstop zu erweitern, um die internationale Rolle der Währung zu stärken.
Das EUR/USD-Paar schwächt sich, während der US-Dollar (USD) fest bleibt, wobei die Händler vorsichtig vor den Protokollen der Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC) am Mittwoch sind. Die Aufmerksamkeit wird dann am Freitag auf das annualisierte Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das vierte Quartal und den Kernpreisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE) für klarere politische Signale gerichtet.
Technisch gesehen handelt der EUR/USD zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts bei etwa 1,1830. Der 14-tägige Relative Strength Index (RSI) Momentum-Indikator bei 53 (neutral) signalisiert eine Konsolidierung mit einer moderaten Aufwärtsneigung. Der unmittelbare Widerstand liegt bei der psychologischen Marke von 1,1850, die mit dem neun-tägigen Exponential Moving Average (EMA) bei 1,1854 übereinstimmt. Auf der Unterseite liegt die primäre Unterstützung beim 50-Tage-EMA bei 1,1773.
Die deutsche Wirtschaft hat aufgrund ihrer Größe und Bedeutung innerhalb der Eurozone einen erheblichen Einfluss auf den Euro. Eine starke Wirtschaftsentwicklung in Deutschland wirkt oft stützend auf den Euro, während eine Schwächephase die Gemeinschaftswährung belastet.
Deutschland ist die größte Volkswirtschaft der Eurozone und damit ein einflussreicher Akteur in der Region. Während der Eurokrise 2009-2012 spielte Deutschland eine Schlüsselrolle bei der Einrichtung von Rettungsfonds zur Unterstützung verschuldeter Länder und trieb den „Fiskalpakt“ voran.
Bunds sind von der deutschen Regierung ausgegebene Staatsanleihen, die regelmäßige Zinszahlungen, sogenannte Kupons, an ihre Inhaber leisten. Am Ende der Laufzeit wird der vollständige Nennwert der Anleihe zurückgezahlt. Da Deutschland die größte Volkswirtschaft der Eurozone stellt, dienen Bunds als maßgeblicher Referenzpunkt für andere europäische Staatsanleihen. Langfristige Bunds gelten als besonders sichere Anlage, da sie durch das Vertrauen und die Kreditwürdigkeit des deutschen Staates gestützt werden. Aus diesem Grund werden sie von Investoren in Krisenzeiten als sicherer Hafen betrachtet, während ihr Wert in Phasen wirtschaftlicher Stabilität tendenziell fällt.
Die Renditen deutscher Bundesanleihen, die sogenannten Bund Yields, geben an, welche jährliche Rendite ein Anleger beim Halten dieser Staatsanleihen erwarten kann. Wie bei anderen Anleihen erhalten Investoren regelmäßige Zinszahlungen, den sogenannten Kupon, sowie die vollständige Rückzahlung des Nennwerts bei Fälligkeit. Während der Kupon fest ist, schwankt die Rendite, da sie die Preisentwicklung der Anleihe berücksichtigt – und damit einen realistischeren Eindruck von der tatsächlichen Rendite vermittelt. Fällt der Preis einer Bundesanleihe, steigt die Rendite, da der Kupon im Verhältnis zum Kaufpreis höher wird, und umgekehrt. Dies erklärt, warum Bund-Renditen sich entgegengesetzt zu ihren Preisen entwickeln.
Die Bundesbank ist das Herzstück der deutschen Geldpolitik und spielt eine entscheidende Rolle für die Stabilität der Wirtschaft. Ihr vorrangiges Ziel: die Inflationsrate niedrig zu halten und so für stabile Preise zu sorgen. Neben dieser Kernaufgabe überwacht die Bundesbank den Zahlungsverkehr und nimmt eine Schlüsselrolle bei der Finanzaufsicht wahr. Als eine der einflussreichsten Zentralbanken Europas ist sie bekannt für ihre konservative Haltung, die Preisstabilität stets über kurzfristiges Wirtschaftswachstum stellt. Ihre strikte Linie prägte maßgeblich die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB), die heute eine zentrale Rolle im Euro-Währungsraum spielt.