
13. Februar (Reuters) - Gouverneur der US-Notenbank Fed, Stephen Miran, hat vor einer Fehleinschätzung der Fed bei der Bewertung ihrer Geldpolitik gewarnt. "Das größte Risiko für die Wirtschaft ist meiner Meinung nach, dass wir falsch einschätzen, wie straff die Geldpolitik ist", sagte Miran am Donnerstag bei einer Veranstaltung der regionalen Notenbank von Dallas. Diese Fehleinschätzung gefährde das US-Wirtschaftswachstum, das ansonsten durch eine Reihe von Maßnahmen der Regierung von Präsident Donald Trump wie Steuersenkungen gestützt werde. Ein Inflationsproblem gebe es seiner Ansicht nach nicht. Miran, der vor seiner Berufung in den Vorstand der Notenbank als Wirtschaftsberater im Weißen Haus tätig war, gilt als einer der größten Befürworter einer lockeren Geldpolitik in dem Gremium.
Seit seinem Eintritt in die Zentralbank im vergangenen September hat Miran bei jeder Fed-Sitzung für deutlich niedrigere Zinssätze plädiert. US-Präsident Donald Trump hat keinen Hehl daraus gemacht, dass er eine Senkung der Zinssätze durch die Fed wünscht, und hat die Unterstützung einer lockeren Geldpolitik zu einem seiner Kriterien für einen neuen Fed-Chef gemacht.
US-Notenbankchef Jerome Powell ist von US-Präsident Donald Trump immer wieder attackiert worden, weil er die Zinsen aus Sicht des Staatschefs nicht schnell genug senkte. Powells Amtszeit endet im Mai.