
Ein exklusiver Artikel, der von Bloomberg (BBG) veröffentlicht wurde, enthüllte Russlands Absichten, zum US-Dollar-Abrechnungssystem zurückzukehren ─ eine Umkehrung von Moskaus Ziel, seine Wirtschaft zu de-dollarisierten.
Ein internes Kreml-Memo, das von BBG geprüft wurde, skizziert Bereiche potenzieller Konvergenz zwischen den USA und Russland, zu denen Russlands Rückkehr zum US-Dollar-basierten Abrechnungssystem, gemeinsame Öl- und Erdgasprojekte, Zusammenarbeit bei kritischen Rohstoffen, Kooperation im Bereich der Kernenergie, einschließlich KI-gestützter Projekte, und bevorzugte Bedingungen für US-Unternehmen, die nach Russland zurückkehren, gehören.
Die USA müssten jedoch die Sanktionen gegen Russland aufheben, was auch den Zugang zu US-Dollar-Transaktionen wiederherstellen müsste.
Westliche Beamte, die in dem Bericht zitiert werden, sind skeptisch, dass der Kreml sich von China distanzieren würde, angesichts der kritischen Rolle, die letzterer bei der Lieferung von Komponenten für Russlands Kriegswirtschaft spielt.
Das Memo enthüllte, dass die Dollar-Integration Russlands Zahlungsbilanz und seine Devisenmärkte stabilisieren würde. Für die USA würde dies die Dominanz des US-Dollars als Reservewährung verstärken und potenziell die globalen Energiekosten zwischen China und Amerika neu ausbalancieren.
Der US-Dollar-Index (DXY), der die Leistung des Greenbacks gegenüber einem Korb von sechs Währungen misst, reduzierte frühere Verluste, die den Index auf Tiefststände nahe 96,74 drückten, und notiert bei 96,93, kurz davor, die Marke von 97,00 zu überschreiten.

Die Begriffe „Risk-on“ und „Risk-off“ beschreiben die Risikobereitschaft der Anleger. In einer „Risk-on“-Phase sind Investoren bereit, in risikoreichere Anlagen zu investieren, während sie in einer „Risk-off“-Phase sicherere Anlagen bevorzugen.
In „Risk-on“-Phasen steigen die Aktienmärkte, und auch Rohstoffe – abgesehen von Gold – gewinnen an Wert, da sie von einem positiven Wachstumsausblick profitieren. Währungen von rohstoffexportierenden Ländern sowie Kryptowährungen legen zu. In „Risk-off“-Zeiten gewinnen Staatsanleihen an Wert, Gold steigt, und sichere Währungen wie der Japanische Yen, der Schweizer Franken und der US-Dollar werden bevorzugt.
Währungen von rohstoffreichen Ländern wie Australien, Kanada und Neuseeland profitieren in Phasen der Risikobereitschaft („Risk-on“), da Rohstoffe in Zeiten wirtschaftlicher Expansion tendenziell im Preis steigen.
Die Währungen, die in Phasen von „Risk-off“-Stimmungen typischerweise an Wert gewinnen, sind der US-Dollar (USD), der japanische Yen (JPY) und der Schweizer Franken (CHF). Der US-Dollar profitiert in Krisenzeiten von seiner Rolle als Weltreservewährung, da Investoren vermehrt US-Staatsanleihen kaufen, die als besonders sicher gelten. Dies liegt daran, dass es als unwahrscheinlich angesehen wird, dass die größte Volkswirtschaft der Welt zahlungsunfähig wird. Der Yen verzeichnet durch die hohe Nachfrage nach japanischen Staatsanleihen Zuwächse, da ein Großteil dieser Anleihen von inländischen Investoren gehalten wird, die selbst in Krisenzeiten kaum Verkaufsdruck erzeugen. Der Schweizer Franken wird aufgrund strenger Bankgesetze, die den Kapitalschutz verbessern, als sicherer Hafen betrachtet.