
Das GBP/USD-Paar wird während der asiatischen Handelsstunden am Mittwoch im negativen Bereich um 1,3425 gehandelt, belastet durch die erneute Nachfrage nach dem US-Dollar (USD). Die Händler bereiten sich auf die Einzelhandelsumsätze und die Erzeugerpreisindex (EPI)-Daten, die später am Mittwoch veröffentlicht werden, vor.
Der US-Verbraucherpreisindex (VPI) stieg im Dezember um 2,7% im Jahresvergleich und entspricht damit dem Anstieg im November, wie das US Bureau of Labor Statistics (BLS) am Dienstag berichtete. Diese Zahl entsprach dem Marktkonsens. Der Kern-VPI, der die schwankenden Lebensmittel- und Energiekosten ausschließt, stieg im Dezember um 2,6% im Jahresvergleich, im Vergleich zu einem Anstieg von 2,7% im November. Diese Zahl fiel schwächer aus als die erwarteten 2,7%.
"Die anfängliche Aufregung, die durch einen kühleren als erwarteten Kern-VPI ausgelöst wurde, war von kurzer Dauer," sagte Jose Torres von Interactive Brokers. "Die Umkehr wurde teilweise durch die Tatsache beeinflusst, dass der Bericht nicht dazu führte, dass die nächste erwartete Zinssenkung von Juni auf April vorgezogen wurde, da die Beobachter des Rentenmarktes projizieren, dass Powells Zinssenkung im Dezember seine letzte in seiner Amtszeit sein wird."
Erneute Bedenken über die Unabhängigkeit der Federal Reserve (Fed) könnten den Greenback nach unten ziehen. Fed-Vorsitzender Jerome Powell sagte am Sonntag, dass die Fed Vorladungen vom Justizministerium erhalten habe, wegen Aussagen, die er letzten Sommer vor dem Kongress zu Kostenüberschreitungen bei einem 2,5 Milliarden Dollar teuren Renovierungsprojekt des Zentralbankhauptquartiers in Washington gemacht hatte. Powell bezeichnete die Drohungen als "Vorwand", um Druck auf die Fed auszuüben, die Zinssätze zu senken.
Ein dovisher Standpunkt der BoE könnte jedoch das Pfund Sterling (GBP) gegenüber dem USD untergraben. Die Bank of England (BoE) senkte ihren Leitzins in der Dezembersitzung auf 3,75% und wird voraussichtlich 2026 weitere Senkungen vornehmen, da die Inflation nachlässt, obwohl die Beamten anmerken, dass zukünftige Entscheidungen "knappere Entscheidungen" sein werden. Viele Analysten glauben, dass die britische Zentralbank die Zinsen im Februar stabil halten wird, wobei die nächste Senkung um 0,25% am wahrscheinlichsten im März oder April dieses Jahres erfolgen wird.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.