
23. Dez (Reuters) - US-Präsident Donald Trump hat bekräftigt, dass der neue Chef der US-Notenbank Fed seinen Vorstellungen folgen muss. "Ich möchte, dasss mein neuer Fed-Vorsitzender die Zinsen senkt, wenn es dem Markt gut geht", schrieb Trump am Dienstag auf seiner Plattform Truth Social. Früher sei der Aktienmarkt bei guten Nachrichten gestiegen und bei schlechten gesunken und so sollte es auch sein. Heute indes falle der Markt bei guten Nachrichten "weil jeder denkt, dass die Zinsen sofort angehoben werden, um einer 'potenziellen' Inflation entgegenzuwirken". Die Inflation werde sich aber von selber regeln. Die USA sollten für Erfolg belohnt werden und nicht durch ihn nach unten gezogen werden. "Jeder, der mir dabei widerspricht, wird niemals Fed-Vorsitzender sein", schrieb Trump.
Die US-Notenbank ist bislang eine von politischen Entscheidungen unabhängige Institution. Sie hat die Aufgabe, für Preisstabiltät - also eine nur moderate Inflation - und einen hohen Beschäftigungsgrad am Arbeitsmarkt zu sorgen. In den vergangenen Monaten hatte Trump den aktuellen Fed-Chef Jerome Powell wiederholt scharf angegriffen, seinen Rauswurf in den Raum gestellt und zu sehr deutlichen Zinssenkungen aufgefordert - was Powell in dieser Form aber nicht tat. Powells Amtszeit läuft im Mai 2026 aus. Dann kann Trump den Posten neu besetzen.
Trump schrieb am Dienstag weiter, wenn sich die Inflation nicht von alleine regele, "können wir die Zinsen immer noch zum richtigen Zeitpunkt anheben - aber der richtige Zeitpunkt ist nicht, Rallyes abzuwürgen, die unser Land in einem Jahr um 10, 15 oder gar 20 BIP-Punkte anheben könnte - und vielleicht sogar noch mehr". Eine Nation könne niemals großartig sein, wenn "Eierköpfe" alles in ihrer Macht tun dürften, um einen Aufwärtstrend zu zerstören.
Trump hatte bereits Mitte Dezember erklärt, er wolle bei künftigen Zinsentscheidungen mitreden. "Das bedeutet nicht - ich glaube nicht, dass er (der neue Fed-Chef) genau das tun sollte, was wir sagen. Aber ich bin sicherlich eine kluge Stimme und man sollte mir zuhören", hatte Trump gesagt.
Wer Powell an der Spitze der Fed 2026 nachfolgt, ist noch offen. Trump hatte sich dazu wiederholt und auch widersprüchlich geäußert und eine Entscheidung bis Ende 2025 in Aussicht gestellt, aber bislang keinen Kandidaten präsentiert. Mitte Dezember hatte er gesagt, er ziehe entweder den ehemaligen Fed-Gouverneur Kevin Warsh oder den Direktor des Nationalen Wirtschaftsrats, Kevin Hassett, in Betracht. In der vergangenen Woche hatte Trump dann gesagt, es seien noch drei oder vier Kandidaten im Rennen.