08. Apr (Reuters) - Auch Griechenland schiebt für Kinder einen Riegel vor den Zugang zu sozialen Medien. Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis kündigte am Mittwoch an, Kindern unter 15 Jahren werde ab dem 1. Januar 2027 der Zugang zu Plattformen wie Instagram, Facebook oder TikTok verboten. Als Grund nannte er zunehmende Angstzustände, Schlafprobleme und das süchtig machende Design der Online-Plattformen. In einer an Jugendliche gerichteten Videobotschaft sagte Mitsotakis, Kinder verbrächten viele Stunden vor Bildschirmen. Ihr Geist könne sich nicht erholen und sie seien wachsendem Druck durch ständige Vergleiche und Online-Kommentare ausgesetzt.
"Griechenland wird eines der ersten Länder sein, das eine solche Initiative ergreift", sagte Mitsotakis. "Ich bin mir jedoch sicher, dass es nicht das letzte sein wird. Unser Ziel ist es, auch die Europäische Union in diese Richtung zu drängen." In einem Schreiben an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen forderte Mitsotakis ein koordiniertes Vorgehen der Europäischen Union. Er schlug vor, ein EU-weites "digitales Mündigkeitsalter" von 15 Jahren festzulegen. Zudem solle es eine verpflichtende Altersüberprüfung für alle Plattformen sowie einheitliche Strafen geben.
Als erstes Land der Welt hatte Australien im Dezember ein Verbot für soziale Medien für Kinder unter 16 Jahren eingeführt. Betroffen sind davon Plattformen wie TikTok, YouTube von AlphabetGOOGL.O und die MetaMETA.O-Dienste Instagram und Facebook. Auch andere Länder wie Großbritannien, Frankreich, Österreich oder Dänemark erwägen ähnliche Schritte. In Griechenland sind Mobiltelefone in Schulen bereits verboten. Einer Umfrage vom Februar zufolge befürworten rund 80 Prozent der Griechen ein Verbot von sozialen Medien für Minderjährige.