Berlin, 08. Apr (Reuters) - Die Bundesregierung hat die Erwartung der Verbraucher auf schnell sinkende Spritpreise gedämpft. Die zweiwöchige Waffenruhe im Iran-Krieg sei eine sehr gute Nachricht, "aber es braucht eine realistische Erwartungshaltung", sagte der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille am Mittwoch in Berlin. Erstens sei der Waffenstillstandsprozess mit großen Unsicherheiten behaftet. "Wir sind noch weit von einem Abkommen entfernt, und erhebliche Rückschläge sind jederzeit möglich", sagte Hille. "Zweitens, die Wiedereröffnung der Straße von Hormus braucht Zeit und führt nicht schnell unmittelbar zurück zum Status aus dem Februar." Es werde dauern, bis bei der Schifffahrt das Vorkriegsniveau wieder erreicht sei und sich das Angebot am Weltmarkt stabilisiert habe. Es werde zudem dauern, bis zerstörte Produktionsanlagen wiederhergestellt seien.
Wenn Schiffe die Straße von Hormus ab sofort wieder passieren könnten, dauere es logistisch drei bis sechs Wochen, bis Schiffe die Transportrouten nach Europa vollständig zurückgelegt hätten. "Es wird also geraume Zeit dauern, bis diese zusätzlichen Mengen physisch verfügbar sind. Dementsprechend wird es auch dauern, bis deutliche Preissenkungen bei uns ankommen", sagte Hille. Zudem würden die Transportkosten absehbar erhöht bleiben.