Kairo/Gaza, 06. Apr (Reuters) - Bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen sind nach Angaben der palästinensischen Behörden mindestens zehn Menschen getötet und mehrere weitere verletzt worden. Der Beschuss ereignete sich demnach am Montag östlich des Flüchtlingslagers Maghasi im Zentrum des Küstengebiets. Zuvor war es Anwohnern zufolge zu Zusammenstößen zwischen Palästinensern und einer von Israel unterstützten Miliz gekommen. Diese habe Menschen verschleppen wollen. Während der Auseinandersetzung hätten israelische Drohnen zwei Raketen in das dicht besiedelte Viertel gefeuert.
Ein Augenzeuge sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Anwohner hätten versucht, ihre Häuser zu verteidigen. Sie seien dann aber gezielt von israelischen Truppen angegriffen worden. Ein Anführer der Miliz erklärte in einem Video, es seien fünf Mitglieder der Hamas getötet worden. Die Hamas bezeichnet diese Milizen als "israelische Kollaborateure".
Bei anderen israelischen Angriffen im Zentrum des Gazastreifens sowie in Gaza-Stadt starben am Montag Sanitätern zufolge zwei weitere Palästinenser. Damit stieg die Zahl der Toten am Montag auf mindestens zwölf.
Die israelische Armee äußerte sich zunächst nicht zu den Vorfällen.
Die jüngste Gewalt überschattet die ohnehin brüchige, von den USA vermittelte Waffenruhe, die im Oktober in Kraft trat. Israel und die Hamas werfen sich gegenseitig vor, gegen das Abkommen zu verstoßen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden seit Beginn der Feuerpause mindestens 700 Menschen durch israelischen Beschuss getötet. Israel zufolge starben im selben Zeitraum vier israelische Soldaten.
Ein zentrales Hindernis für die Umsetzung des von US-Präsident Donald Trump vorgeschlagenen Friedensplans bleibt die Weigerung der Hamas, ihre Waffen abzugeben. Der bewaffnete Arm der Gruppe hatte am Sonntag erklärt, eine Entwaffnung vor der vollständigen Umsetzung der ersten Phase des Trump-Plans durch Israel komme nicht infrage, da dies ein Versuch sei, den "Völkermord" am palästinensischen Volk fortzusetzen.