New York/Bangalore, 19. Mrz (Reuters) - Kanada testet die Abschaffung der vierteljährlichen Berichtspflicht für kleinere börsennotierte Unternehmen. Die Dachorganisation der kanadischen Wertpapieraufsichtsbehörden (CSA) kündigte am Donnerstag ein Pilotprojekt an, das es bestimmten Firmen freistellt, ihre Geschäftszahlen nur noch halbjährlich vorzulegen. Davon profitieren sollen Unternehmen mit einem Umsatz von weniger als zehn Millionen kanadischen Dollar (7,3 Millionen Dollar), die an den Börsen TSX Venture Exchange oder CNSX Markets gelistet sind und ihren Berichtspflichten seit mindestens zwölf Monaten ununterbrochen nachgekommen sind. Damit solle der regulatorische Aufwand verringert werden, ohne den Anlegerschutz zu gefährden, sagte CSA-Chef Stan Magidson.
In den USA bereitet die Börsenaufsicht SEC Medienberichten zufolge auf Drängen von Präsident Donald Trump ebenfalls ein Ende der Quartalsberichte vor. Magidson erklärte, die kanadischen Behörden würden flexibel auf die Entwicklungen im Nachbarland reagieren. Kanada versucht mit der Maßnahme zudem, den schwächelnden Markt für Börsengänge wiederzubeleben und dem jahrelangen Rückgang der Zahl börsennotierter Unternehmen entgegenzuwirken. Der Chef der größten kanadischen Börse TMXX.TO, John McKenzie, hatte sich bereits dafür ausgesprochen, die neuen Regeln auch auf größere Konzerne auszuweiten. In vielen Teilen Europas, Asiens sowie in Australien ist eine halbjährliche Berichterstattung seit Jahren üblich.